Kleiner Trip, große Einkaufsliste - panamericana.de
Panamericana von Feuerland bis Alaska
Zargesbox als Beistelltisch
Ausrüstung

Kleiner Trip, große Einkaufsliste

Die letzten Tage waren wir ein bisschen in Europa unterwegs. Eigentlich wollten wir ja bis nach Dubrovnik fahren. Nicht nur wegen Game of Thrones. Auch wegen Antike, Mittelalter und Osmanischem Reich. Und wegen des tollen Wetters. Nun gut, das mit dem Wetter war dann halt doch nicht so toll und deswegen haben wir uns kurzerhand entschlossen, dem schönen Wetter hinterher zu fahren.

Aus Dubrovnik wurde dann an San Gimignano. Und Pisa. Und Sestre Levante. Da sitzen wir jetzt mit Blick aufs Meer und haben die ersten Tage im fast fertigen Defender hinter uns. „Fast“ fertig, weil ja hie und da noch ein bisschen was fehlt. Die klappbaren Sandbleche zum Beispiel. Oder die Kaninbenzister auf der anderen Seite des Hecks. „Fast“ fertig auch, weil wir in dieser Woche schon mal jede Menge ausprobieren konnten und gemerkt haben, dass halt doch noch nicht alles stimmt.

Die Handgriffe optimieren sich von selbst

Bei der Aufgabenverteilung ist der Weg vom real life zum Overlander gar nicht so weit. Manche Sachen ändern sich nicht, wie zum Beispiel die Verteilung Kochen vs. Spülen. Ich koche und kümmere mich um alles, was mit Nahrungsaufnahme zu tun hat, Michaela spült. War schon oft so, ist auch auf Reisen nicht anders. Und da fällt dann auf, wie sich die Handgriffe und die Ordnung im Defender im Laufe weniger Tage von selbst optimiert. Bevor wir losgefahren sind, haben wir die meisten Sachen ordentlich geplant und überlegt auf die vorhandenen Stauflächen verteilt. Hier die Klamotten von Michaela, dort meine. In eine Box mein elektronisches Spielzeug, in die andere die Messer und die Feuerutensilien. Und in die dritte den Kaffee und Tee. Natürlich steht der Spiritusbrenner sauber aufgeräumt im linken Fach, der Spiritus selbst im rechten. In der Theorie klingt das alles ganz logisch und perfekt. In der Praxis ist vieles davon echter Humbug.

Im Laufe der letzten Tage sind viele Sachen dorthin gewandert, wo wir sie brauchen oder erwarten. Natürlich liegen jetzt alle Utensilien für einen gescheiten Espresso möglichst nah beieinander: Kaffee, großer Löffel, Tassen, Feuerzeug; alles in einer Usefull Box. Und Der Spiritus steht im gleichen Fach, wie der Brenner. Nur die Milch für den Kaffee, die steht im Kühlschrank.

Apropos Kühlschrank. Noch so ein Ding, das sich uns angepasst hat. Ich bin ein Fan scharfer Messer, Buck-Knives und solche. Die lagen alle zusammen in einer Useful Box. Und das Brotzeitbrett war gut verstaut in einer Klappkiste. Jetzt liegt eines der Messer und ein Brett im Kühlschrank. Weil wir eben beides brauchen, wenn wir mal ein Brot schmieren wollen. Und da will man halt nicht jedes Mal Klappe auf, Teil raus, Klappe zu, nächste Klappe auf, Teil raus, Klappe zu …

Stauraum in rauen Mengen

Als wir den Stauraum geplant haben, haben wir uns zunächst Gedanken darüber gemacht, was wir alles mitnehmen wollen. Utopisch zu denken, dass das hinterher der Realität entsprechen würde. Es werden doch weniger Klamotten sein, als ursprünglich geplant. Und es werden doch mehr Kleinigkeiten des täglichen Bedarfs sein. Ein Sieb für heiße Nudeln und rituelle Salatwaschungen haben wir schon nachgekauft. Kleine Müslischüsseln werden auch noch dazu kommen.

Wirklich glücklich sind wir mit den durchsichtigen Boxen von Ikea und den Zarges-Boxen.
Die Ikea-Boxen unterteilen die großen Kisten auf der rechten Seite, die auch als Sitzgelegenheit dienen. Drei große und drei kleine Boxen passen rein. Da ist alles schön sortiert und mit einem Handgriff aus der Kiste genommen. Kein Kramen und kein (oder wenig) Suchen. Weil die Boxen durchsichtig sind, weiß man auch direkt, was drin ist, ohne jede Box aufmachen zu müssen. Im linken Schrank („Hochschrank“) stehen die gleich Boxen in schwarz. Blöde Idee, weil ich halt doch nicht immer auf Anhieb weiß, ob in der einen Box jetzt die Gewürze sind oder die Tomaten.

Die zwei Zarges-Boxen sollten eigentlich aufs Dach. Eine für jeden als Refugium für die Klamotten, die wir gerade nicht benötigen. Und die große (sehr große!) Zarges-Box sollte eigentlich daheim bleiben. Ob die nun doch mit darf, steht gerade auf der Kippe. Aber klar ist jetzt schon, dass mindestens eine der kleineren Boxen (40701) ständig im Innenraum mitreisen darf. Da habe momentan ich einen Teil meiner Klamotten drin, die ich im Laufe der Zeit brauche, also immer griffbereit haben will. Was viel wichtiger ist, also für uns zumindest, ist die Nutzung der Box als kleiner Tisch. Zusammen mit dem Gestell unseres Outdoor-Klos, von manchem liebevoll „Kackstuhl“ genannt, ergibt die Box einen perfekten Beistelltisch, der innert weniger Sekunden startklar ist. Im Gegensatz zum Campingtisch, der erst aus dem Fach gekramt und zusammengebastelt werden muss, ist der „Zarges-Tisch“ mit zwei Handgriffen aufgebaut.

Wir brauchen mehr Steckdosen

Wie im richtigen Leben: Es mangelt immer an Steckdosen! Und jetzt können wir daran noch was ändern. Allein dafür hat sich der Trip gelohnt. Zwei USB-Anschlüsse im „Geheimversteck“, einer am Kühlschrank und einer am Zigarettenanzünder sind einfach zu wenig. Anders: Nicht zu wenig, sondern an der falschen Stelle.

Man sitzt im Auto, zuckelt irgendwo durch Patagonien und stellt fest, dass man ja eigentlich mal das Handy laden könnte. Geht aber nicht, weil das Navi einen Strom braucht. Im Fußraum auf der Beifahrerseite fehlt also mindestens ein Stecker. Und weil ich kein Fan von „dreimal abgeschnitten und noch zu kurz“ bin, sollten da lieber zwei Doppelstecker hin; also vier. Man kann ja nie wissen.

Gleiches gilt für das Defender-Heck. Man steht draußen, brät gerade ein Spiegelei oder zwei und möchte dabei einer zünftigen Musi lauschen. Geht aber nicht, weil die Teufelbox einen leeren Akku hat. Da geht man ja nicht hin und lädt den Lautsprecher vorne im Fußraum oder an der Kühlbox auf. Nein, da möchte man dann schon einen Strom in Griffweite haben.

Die Einkaufsliste wächst

Also mehr Steckdosen. Luxusprobleme. Ich weiß. Aber jetzt können wir noch was dran ändern. Wenn wir erst mal auf dem Schiff sind, dann wird’s schwierig mit den Boxen. Und mit dem Stromanschluss auch.

Deltabags für die Hecktüre, Klettverschlüsse, kurze Airline-Schienen hinten und innen am Schrank, USB-Steckdosen, Boxen und Kistchen, Handfeger, Fussmatten, Airline-Fittings, Oropax-Täschchen für die oberen Fenster, usw. Unsere Einkaufsliste ist nochmal riesig lang geworden.

This article has 2 comments

  1. Tim

    Wie sichert ihr eigentlich eure Dachladung vor Diebstahl?

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