Perito Moreno - der kalbende Gletscher in den argentinischen Anden
Panamericana von Feuerland bis Alaska
Argentinien

Perito Moreno

29,7 Quadratkilometer ist der Perito Moreno groß. Der größte Gletscher ausserhalb der arktischen Gewässer. Und, dank ausgeklügelter Lenkung der touristischen Strömungen und enormer Entfernung zum nächsten großen Flughafen wird das wohl auch noch ein bisschen so bleiben. Auch wenn die Gletscherdicke jedes Jahr um rund 13 Meter schmilzt. Die Rechnung ist einfach: 700 Meter Eis an der dicksten Stelle geteilt durch 13. In knapp fünfzig Jahren ist er weg, eher schneller, wenn wir so weiter machen, wie bisher.

Perito Moreno muss man live erleben!

Fotos vom Perito Moreno kennt man, wenn man sich für die Panamericana, die Anden oder Natur im Allgemeinen interessiert. Aber nach unserem Besuch hier ist klar: Wenn man den Perito Moreno nicht mit eigenen Augen gesehen hat, hat man ihn nicht gesehen. Und damit ist nicht einmal das Kalben des Gletschers gemeint, wenn Omnibus-große Eisbrocken abbrechen und mit donnerndem Getose in den Lago Argentino fallen. Nein, gemeint ist allein der Anblick etwas so Wunderschönem. Wie mag die Welt wohl vor hundert Jahren ausgesehen haben, als man zum Bestaunen der Natur nicht erst um den halben Globus reisen musste? Ja, natürlich gibt es die Wunder der Natur auch vor der eigenen Haustür, die kleinen, die, die man gerne jeden Tag übersieht. Aber manchmal braucht man erst etwas so großartiges, so beeindruckendes, so gewaltiges wie Perito Moreno, um die kleinen Dinge wieder ins Blickfeld zu schieben.

Nicht viele Menschen waren hier, als wir am Nachmittag den ersten Blick auf den Gletscher geworfen haben. Erstaunlich wenige eigentlich. Und doch war es ein bisschen überraschend, wie still und ruhig alle geworden sind. Die Menschen haben sich nur noch flüsternd unterhalten und das Erlebnis war jedem einzelnen im Gesicht abzulesen.

Satte zwei Meter schiebt sich der Gletscher jeden Tag in Richtung Peninsula Magellanes, die kleine Insel die ihm seit 1917 im Weg steht, seit er sich nicht mehr ausbreiten, wachsen kann. Das Knacken und Grollen im Eis ist so beeindruckend, als würde Perito Moreno mit seinen Besuchern sprechen, das nächste Kalben kurz mal ankündigen. Und unter der warmen Nachmittagssonne weht von Zeit zu Zeit für ein paar Augenblicke ein eiskalter Wind herüber, wie eine Erinnerung daran, das Gesehene ja nicht zu vergessen.

siehe auch: Bilderbuch

This article has 1 comment

  1. Michael

    Moin Ihr zwei!

    Sehr schöne Bilder und sehr schöne Worte. Cool, dass Ihr so schönes Wetter habt. Der Stellplatz sieht fantastisch aus. Genießt alles in vollen Zügen.

    Aloha, Michael

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