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Verschiffung nach Südamerika
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Wie kommt der Defender nach Südamerika?

Unsere vordringlichste Frage: Wie kommt der Defender nach Südamerika. Zwei Möglichkeiten gibt es, soweit bin ich schon:

  • Auto in den Container, Container auf’s Schiff, Schiff nach Südamerika. Und wir mit dem Flieger hinterher.
  • Auto selbst direkt auf’s Schiff fahren, Kabine beziehen, mit dem Schiff (und dem Auto) nach Südamerika fahren.

eBook Frachtschiff nach Südamerika Variante 2, alle mit dem Schiff, ist für mich die Interessantere. Knapp vier Wochen dauert so eine Überfahrt. Und das klingt für mich nach Entschleunigung pur. Vier Wochen ohne Telefon, ohne Internet, ohne Termine. Das klingt sensationell, wenn ich genauer darüber nachdenke.

Michaela findet die Idee nicht so prickelnd. Vier Wochen auf offener See, Stürme, vollaufende Schiffe, Untergang. Klingt ein wenig nach Katastrophenfilm. Nicht sonderlich erquickend. Die Alternative ist aber offensichtlich noch weniger lustig, wenn man Flugangst hat.

Wir beschließen, einen kleinen Ausflug nach Bad Königshofen in Bayern zu machen. Dort ist das jährliche Seabridge-Treffen. Seabridge ist ein Reiseanbieter, spezialisiert auf geführte Übersee-Reisen. Das treffen findet in den Thermen in Bad Königshofen statt. Das hätte mir zu denken geben müssen 😉

Wir senken den Altersschnitt drastisch. Gefühlt sind wir halb so alt, wie die meisten Anwesenden. Aber irgendwie liegt das ja auch auf der Hand. Wer hat in unserem Alter schon soviel Zeit und Risikofreude, alles hinter sich zu lassen und mindestens ein halbes Jahr – so lange dauern die geführten Seabridge-Touren – alles hinter sich zu lassen. Wir schlagen uns also durch Diavorträge und Fragerunden. Immer wieder die Frage aus dem Auditorium, nach der Reiserücktrittsversicherung. Gibt es keine, wiederholen die Seabridge-Leute gebetsmühlenartig. Auch uns dämmert es so langsam, dass eine Überfahrt mit dem Schiff keine Spassveranstaltung wird, sondern eine Mitfahrt auf einem Frachtschiff. Keine Rücktrittsversicherung! Das Gute ist: Seabridge bietet nicht nur die geführte Tour an, sondern seine Dienstleistung auch als reiner Reisevermittler. Wir neigen also zur reinen Überfahrt ohne Händchenhalten.

Diavortrag beim Seabridge-Treffen

RoRo mit Seabridge

RoRo, Roll-on Roll-off, heißt das Verfahren. Man fährt das Auto selbst auf’s Schiff und bekommt eine Kabine mit oder ohne Fenster. Dann geht es über Dakar nach Montevideo in Uruguay. Und dort fährt man nach einer relativ kurzen Zollprozedur wieder vom Schiff runter. Vorteilhaft ist das verkürzte Zollverfahren. Ist das Auto im Container, dann kann das Ausschiffen schon mal ein paar Tage in Anspruch nehmen. Ist man selbst auf dem Schiff, dann kommt der Zöllner und alles ist in (angeblich) einer knappen Stunde erledigt.

Vorsichtig schleichen wir uns aus dem launigen Vortrag (der geneigte Leser mag hier zwischen den Zeilen stöbern) zum Beratungstisch. Wir würden gerne im kommenden Herbst, vielleicht, eventuell, also unter Umständen, nach Südamerika verschiffen; am Liebsten im September. Ungläubiges Schweigen auf der anderen Tischseite. „Tja, also, im September 2016, da wollen alle. Das wird schwierig!“ Wir hatten uns darauf eingestellt, uns in Bad Königshofen zu informieren. Dass wir die Verschiffung dort schon reservieren würden (müssen), damit hatten wir nicht gerechnet. Scheiß drauf! Worauf warten? Was überlegen? Wir haben die Reise reserviert. Jetzt wird’s ernst.

Den genauen Abfahrtstermin wissen wir natürlich noch nicht. Wir müssen den Schiffsfahrplan abwarten. Wir müssen uns lediglich für eine Kabine entscheiden. Mit oder ohne Fenster? Mit Fenster wird es deutlich teurer – aber wollen wir wirklich 30 Tage ohne Tageslicht in der Kabine sitzen? So eine Reise macht man wohl nur einmal. Dann auch bitte mit Fenster. Irgendwann im November werden wir die verbindliche Buchung bekommen. Und natürlich eine Rechnung. Und dann gibt es quasi keinen Weg zurück. Zumindest nicht im bildlichen Sinne.

Das Seabridge-Treffen war eine unerwartete Erfahrung. Wir hatten mit viel mehr Overlandern im Defender gerechnet. Weniger Reiseluxus, viel mehr Abenteuer. Das will ich den Anwesenden natürlich nicht absprechen. Aber viel waren froh, dass Seabridge eine geführte Tour anbietet. So ganz auf eigene Faust, das ist den meisten (anwesenden) dann doch zu viel Freiheit.

Natürlich hätten wir uns auch selbst um die Verschiffung kümmern können. Wir hätten mit der Reederei verhandeln und alle Papiere selbst besorgen können. Diesen kleinen Luxus gönnen wir uns. Denn schließlich soll unsere Reise nicht mit lauter bürokratischem Quatsch beginnen.

Ehemals Internet-Junkie, jetzt Weltenbummler bei panamericana.de

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