Ich packe meine Sachen …

16 Tage noch. Und irgendwie dann doch nur noch ein einziger. Heute räumen wir den Defender so ein, wie wir letztlich auf reisen gehen. Heute ist unser letzter Tag in Augsburg. Und ab morgen geht es dann über mehrere Etappen (u. a. Villingen-Schwenningen und Aachen) nach Hamburg aufs Schiff.

In den letzten Monaten, die wir hie und da unterwegs waren, zum Beispiel in Kroatien oder Italien, hat sich doch wieder einiges im Auto angesammelt, was da gar nicht hingehört. Batterien zum Beispiel. Ich weiß nicht, wie viele Päckchen wir beim Ausräumen gefunden haben. Im Aldi an der Kasse: Vorsorglich Batterien mitnehmen. Im Baumarkt im Quengelregal: Batterien mitnehmen. Als ob es außerhalb Europas keine Batterien mehr gäbe …

Oder: Messer. Messer kann man ja grundsätzlich nie genug dabei haben, denkt der Mann. Er schneidet sich ja doch nur in die Finger, denkt die Frau. Deswegen musste ich mich schweren Herzens von zwei meiner Messer trennen. Mit uns fahren jetzt nur ein klassisches Buck Knife und das Rüdiger Nehberg-Gedächtnismesser, eine Dauerleihgabe von meinem Spezl.

Woran wir keine Abstriche machen, sind unsere Bücher. Wir können uns beide nicht mit E-Book-Readern anfreunden. Da kommt schon ein schöner Stapel zusammen. Das meiste sind natürlich Reiseführer und Lektüre für den Monat See. Was ausgelesen ist, lassen wir zurück. Und wir sind guter Hoffnung, dass wir unseren Büchervorrat unterwegs wieder irgendwo aufstocken können.

Und die restlichen Reiseutensilien werden jetzt so verpackt und verstaut, dass wir morgen, nach dem Frühstück losfahren können. Da draußen warten Abenteuer!

Frisch- und Trinkwasser für unterwegs

Frisch- und Trinkwasser ist ein allgegenwärtiges Thema. Wir sind uns ziemlich sicher, dass wir eben nicht an jeder Ecke Wasser der gleichen Qualität bekommen, wie in Deutschland oder Europa. Daheim sind wir es gewohnt und verlassen uns darauf, dass wir das Glas unter den Wasserhahn halten und erstklassiges, sauberes Wasser bekommen. Dass das schon in anderen europäischen Ländern nicht immer so sein muss, das kann man dann an der Häufigkeit der Toilettengänge abzählen.

Wenn Wasser nicht offensichtlich trinkbar ist („Água potável“), dann bleibt eigentlich nur die Desinfektion. Dafür nehmen wir Micropur mit. Micropur enthält Silberchlorid und Natriumdichlorisocyanurat. Letzteres setzt Chlor frei, das das Wasser innerhalb etwa einer halben Stunde (bis 2 Stunden) von den meisten Keimen, Bakterien und Viren befreien. Das funktioniert jedoch nur mit klarem Wasser, da sich die Verunreinigungen gerne an den Schwebstoffen festklammern. Demnach muss trübes Wasser zunächst gefiltert werden. So schlimm wird es aber hoffentlich nicht kommen.

Micropur ist letztlich ein Biozid und sollte entsprechend sorgsam verwendet werden. Daher setzen wir es natürlich nur dann ein, wenn wir kein Trinkwasser abfüllen können.

Trinkwasser-Vorrat im Armeesack

Wenn es denn mal eine gute Trinkwasser-Quelle (nicht, aber auch wortwörtlich) gibt, dann decken wir uns natürlich auch entsprechend ein. Dafür haben wir zwei Weithalskanister von Hünersdorff mit je 10 Litern Fassungsvermögen und einen Schweizer Armee Wassersack mit 20 Litern dabei. Beide sind für Trinkwasser geeignet, sodass unser Wasservorrat mit 40 Litern schon mal eine gute Grundlage hat.

Für den Schweizer Armeesack gibt es bei der Wasserziege (www.wasserziege.ch) einen genialen Duschschlauch. Der hat zwar seinen Preis, ist aber durch die Erwärmungsfunktion des Wassersacks echt sein Geld wert. Einfach zum Aufwärmen in die Sonne legen und dann duschen!

Dazu haben wir auch noch die beiden Zusatztanks, die wir außen mitführen. Einer davon ist für Diesel gedacht, der andere für Wasser. Das ist dann zwar nicht als Trinkwasser geeignet, aber duschen und waschen kann man damit.

Und wenn es gar nicht anders geht, also wenn wir kein Trinkwasser auf dem Campingplatz oder an der Tankstelle bekommen, dann müssen wir halt in den Supermarkt und uns dort mit möglichst großen Wasserkanistern eindecken.

Zusatztanks außen am Defender; einer ist für Wasser gedacht.

Zusatztanks außen am Defender; einer ist für Wasser gedacht.

Schweizer Armee Wassersack

Schweizer Armee Wassersack

Kleiner Trip, große Einkaufsliste

Die letzten Tage waren wir ein bisschen in Europa unterwegs. Eigentlich wollten wir ja bis nach Dubrovnik fahren. Nicht nur wegen Game of Thrones. Auch wegen Antike, Mittelalter und Osmanischem Reich. Und wegen des tollen Wetters. Nun gut, das mit dem Wetter war dann halt doch nicht so toll und deswegen haben wir uns kurzerhand entschlossen, dem schönen Wetter hinterher zu fahren.

Aus Dubrovnik wurde dann an San Gimignano. Und Pisa. Und Sestre Levante. Da sitzen wir jetzt mit Blick aufs Meer und haben die ersten Tage im fast fertigen Defender hinter uns. „Fast“ fertig, weil ja hie und da noch ein bisschen was fehlt. Die klappbaren Sandbleche zum Beispiel. Oder die Kaninbenzister auf der anderen Seite des Hecks. „Fast“ fertig auch, weil wir in dieser Woche schon mal jede Menge ausprobieren konnten und gemerkt haben, dass halt doch noch nicht alles stimmt.

Die Handgriffe optimieren sich von selbst

Bei der Aufgabenverteilung ist der Weg vom real life zum Overlander gar nicht so weit. Manche Sachen ändern sich nicht, wie zum Beispiel die Verteilung Kochen vs. Spülen. Ich koche und kümmere mich um alles, was mit Nahrungsaufnahme zu tun hat, Michaela spült. War schon oft so, ist auch auf Reisen nicht anders. Und da fällt dann auf, wie sich die Handgriffe und die Ordnung im Defender im Laufe weniger Tage von selbst optimiert. Bevor wir losgefahren sind, haben wir die meisten Sachen ordentlich geplant und überlegt auf die vorhandenen Stauflächen verteilt. Hier die Klamotten von Michaela, dort meine. In eine Box mein elektronisches Spielzeug, in die andere die Messer und die Feuerutensilien. Und in die dritte den Kaffee und Tee. Natürlich steht der Spiritusbrenner sauber aufgeräumt im linken Fach, der Spiritus selbst im rechten. In der Theorie klingt das alles ganz logisch und perfekt. In der Praxis ist vieles davon echter Humbug.

Im Laufe der letzten Tage sind viele Sachen dorthin gewandert, wo wir sie brauchen oder erwarten. Natürlich liegen jetzt alle Utensilien für einen gescheiten Espresso möglichst nah beieinander: Kaffee, großer Löffel, Tassen, Feuerzeug; alles in einer Usefull Box. Und Der Spiritus steht im gleichen Fach, wie der Brenner. Nur die Milch für den Kaffee, die steht im Kühlschrank.

Apropos Kühlschrank. Noch so ein Ding, das sich uns angepasst hat. Ich bin ein Fan scharfer Messer, Buck-Knives und solche. Die lagen alle zusammen in einer Useful Box. Und das Brotzeitbrett war gut verstaut in einer Klappkiste. Jetzt liegt eines der Messer und ein Brett im Kühlschrank. Weil wir eben beides brauchen, wenn wir mal ein Brot schmieren wollen. Und da will man halt nicht jedes Mal Klappe auf, Teil raus, Klappe zu, nächste Klappe auf, Teil raus, Klappe zu …

Stauraum in rauen Mengen

Als wir den Stauraum geplant haben, haben wir uns zunächst Gedanken darüber gemacht, was wir alles mitnehmen wollen. Utopisch zu denken, dass das hinterher der Realität entsprechen würde. Es werden doch weniger Klamotten sein, als ursprünglich geplant. Und es werden doch mehr Kleinigkeiten des täglichen Bedarfs sein. Ein Sieb für heiße Nudeln und rituelle Salatwaschungen haben wir schon nachgekauft. Kleine Müslischüsseln werden auch noch dazu kommen.

Wirklich glücklich sind wir mit den durchsichtigen Boxen von Ikea und den Zarges-Boxen.
Die Ikea-Boxen unterteilen die großen Kisten auf der rechten Seite, die auch als Sitzgelegenheit dienen. Drei große und drei kleine Boxen passen rein. Da ist alles schön sortiert und mit einem Handgriff aus der Kiste genommen. Kein Kramen und kein (oder wenig) Suchen. Weil die Boxen durchsichtig sind, weiß man auch direkt, was drin ist, ohne jede Box aufmachen zu müssen. Im linken Schrank („Hochschrank“) stehen die gleich Boxen in schwarz. Blöde Idee, weil ich halt doch nicht immer auf Anhieb weiß, ob in der einen Box jetzt die Gewürze sind oder die Tomaten.

Die zwei Zarges-Boxen sollten eigentlich aufs Dach. Eine für jeden als Refugium für die Klamotten, die wir gerade nicht benötigen. Und die große (sehr große!) Zarges-Box sollte eigentlich daheim bleiben. Ob die nun doch mit darf, steht gerade auf der Kippe. Aber klar ist jetzt schon, dass mindestens eine der kleineren Boxen (40701) ständig im Innenraum mitreisen darf. Da habe momentan ich einen Teil meiner Klamotten drin, die ich im Laufe der Zeit brauche, also immer griffbereit haben will. Was viel wichtiger ist, also für uns zumindest, ist die Nutzung der Box als kleiner Tisch. Zusammen mit dem Gestell unseres Outdoor-Klos, von manchem liebevoll „Kackstuhl“ genannt, ergibt die Box einen perfekten Beistelltisch, der innert weniger Sekunden startklar ist. Im Gegensatz zum Campingtisch, der erst aus dem Fach gekramt und zusammengebastelt werden muss, ist der „Zarges-Tisch“ mit zwei Handgriffen aufgebaut.

Wir brauchen mehr Steckdosen

Wie im richtigen Leben: Es mangelt immer an Steckdosen! Und jetzt können wir daran noch was ändern. Allein dafür hat sich der Trip gelohnt. Zwei USB-Anschlüsse im „Geheimversteck“, einer am Kühlschrank und einer am Zigarettenanzünder sind einfach zu wenig. Anders: Nicht zu wenig, sondern an der falschen Stelle.

Man sitzt im Auto, zuckelt irgendwo durch Patagonien und stellt fest, dass man ja eigentlich mal das Handy laden könnte. Geht aber nicht, weil das Navi einen Strom braucht. Im Fußraum auf der Beifahrerseite fehlt also mindestens ein Stecker. Und weil ich kein Fan von „dreimal abgeschnitten und noch zu kurz“ bin, sollten da lieber zwei Doppelstecker hin; also vier. Man kann ja nie wissen.

Gleiches gilt für das Defender-Heck. Man steht draußen, brät gerade ein Spiegelei oder zwei und möchte dabei einer zünftigen Musi lauschen. Geht aber nicht, weil die Teufelbox einen leeren Akku hat. Da geht man ja nicht hin und lädt den Lautsprecher vorne im Fußraum oder an der Kühlbox auf. Nein, da möchte man dann schon einen Strom in Griffweite haben.

Die Einkaufsliste wächst

Also mehr Steckdosen. Luxusprobleme. Ich weiß. Aber jetzt können wir noch was dran ändern. Wenn wir erst mal auf dem Schiff sind, dann wird’s schwierig mit den Boxen. Und mit dem Stromanschluss auch.

Deltabags für die Hecktüre, Klettverschlüsse, kurze Airline-Schienen hinten und innen am Schrank, USB-Steckdosen, Boxen und Kistchen, Handfeger, Fussmatten, Airline-Fittings, Oropax-Täschchen für die oberen Fenster, usw. Unsere Einkaufsliste ist nochmal riesig lang geworden.

GPS-Tracking mit SPOT Gen3

SPOT Gen3 – GPS-Tracking und Notruf-System. Nein, für diesen Artikel werden wir nicht bezahlt ;-)
Die Atacama-Wüste erstreckt sich über satte 1.200 Kilometer entlang der Pazifikküste Chiles und Perus, vom Meer bis in die Hochlagen der Anden. Gebeutelt von Starkregenfällen und durchzogen von Gebieten, in denen es – so sagt man – seit Jahrzehnten kein einziges Mal geregnet hat. Landschaften, auf die wir uns unglaublich freuen. Und vor denen wir auch nicht wenig Respekt haben. Neulich bin ich im Internet über ein Bild aus der Atacama-Gegend gestolpert, das die nächste Tankstelle nach 684 Kilometern ankündigt. Okay, wir haben einen Zusatztank, das macht Hoffnung. Aber was tut man, wenn man mitten in der einsamsten Einsamkeit zwei Platten, aber nur einen Ersatzreifen hat? Was macht man, wenn der Defender von einer riesigen Käferschnecke (Polyplacophora) umgeschubst wird? Und was macht man, wenn uns nicht nur der Sprit, sondern auch der Whiskey ausgeht? Was ich hier so amüsant beschreibe, hat für uns doch einen ganz ernsten Hintergrund: Was macht man, wenn man nicht mehr kann, aber keiner da ist, der hilft?

Satelliten-Telefon oder GPS-Tracker?

Nachdem in den entlegenen Gebieten weder die Netzabdeckung für das Mobiltelefon ausreichend, noch irgendwo ein Wifi-Hotspot zur Verfügung stehen werden, bleiben nicht mehr so viele Alternativen. „Iridium“ schwirrt mir bei solchen Gedanken immer wieder durch den Kopf. Iridium ist ein weltweites Kommunikationssystem auf Basis von Satelliten. Die Mobiltelefone so groß wie die C-Netz-Geräte Anfang der achtziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts, die Kosten für Telefon und Grundgebühr so teuer wie ein Kleinwagen in Südafrika. Das waren zumindest meine Erinnerungen.  Satelliten-Telefone sind für uns das falsche Mittel: Zu teuer in der Anschaffung, zu teuer im monatlichen Unterhalt. Und telefonieren wollen wir in der Wüste auch nicht. Bleiben GPS-Tracker.

SPOT Gen3

Von den kleinen SPOT-Geräten hatte mir Glander schon bei unserem Treffen bei Matzker erzählt. Seine Frau könne so immer nachverfolgen, wo er sich gerade aufhält. Keine schlechte Idee. Aber damit weiß sie immer noch nicht, wenn irgendetwas in die Binsen gegangen ist. Das aktuelle SPOT Gen3 verfügt über eine Reihe von Funktionen, die wie für uns gemacht scheinen:

  • fortlaufendes Tracking (auf öffentlicher oder geheimer Karte)
  • Check-in-Tracking mit Textmessage an definierte Kontakte
  • Help-Message an definierte Kontakt
  • SOS-Notruf an GEOS

Fortlaufendes Tracking

Mittels des fortlaufenden Trackings werden in vordefinierten Abständen von 2,5 bis 60 Minuten GPS-Positionssignale gesendet, die auf einer Google Map eingetragen werden. So lässt sich die aktuelle Position jederzeit nachvollziehen. Für jeden denkbaren Einsatz gibt es quasi die richtigen Tracking-Abstände: alle 2,5 Minuten für Extremsportarten (Klettern, Wüsten-Marathon, u. ä.) oder 60 Minuten für langsame Frachtschiffe auf dem Weg nach Südamerika. Das Tracking kann natürlich auch manuell abgeschaltet werden. Über einen Bewegungssensor kann das Tracking auch nur bei aktiver Bewegung eingeschaltet werden, sodass zum Beispiel nichts gesendet wird, wenn man beim dritten Bier in einer Strandbar sitzt. Auf der einen Seite muss das ja nicht jeder wissen, auf der anderen Seite spart das die Batterielebensdauer.

Check-in-Tracking mit Textmessage an definierte Kontakte

Mittels des Check-in-Buttons können die Geo-Position und eine vorher definierte Textmessage („Hey, alles okay, wir melden uns bald wieder“) per E-Mail und SMS an bis zu 50 vorher definierte Kontakte gesendet werden. Ja, warum ist das jetzt wichtig, wenn man die Position auch über das fortlaufende Tracking sehen kann? Ich denke da spontan an Naturkatastrophen, Anschläge oder ähnliches. Nicht immer hat man kurzfristig die Möglichkeit, sich daheim zu melden und zu beruhigen. Mit dem Check-in sendet man ein kurzes Lebenszeichen (literaly) nach Hause und alle können beruhigt(er) weiter schlafen.

Help-Message an definierte Kontakte

Nicht immer muss bei einem Notfall gleich die ganze Save and Rescue-Armada anrücken. Wenn das Benzin ausgegangen oder der Keilriemen gerissen ist, dann braucht es weder Krankenwagen noch Hubschrauber. Aber es kann trotzdem hilfreich sein, sich bemerkbar machen zu können. Auch bei dieser Funktion können Kontakte und eine Nachricht vordefiniert werden, die bei Knopfdruck eine Benachrichtigung erhalten.

SOS-Notruf an GEOS

Ähnlich der Seilwinde am Defender ist diese Funktion eine Art Versicherung für uns. Wenn (und weil) wir sie haben, werden wir sie nicht brauchen. Hoffentlich. Ein Knopfdruck auf den SOS-Button alarmiert das International Emergency Response Coordination Centre – IERCC in Houston, Texas. Die wiederum alarmieren lokale Rettungskräfte und koordinieren den Einsatz. Manchmal sieht am Hubschrauber mit dem großen orangen Aufkleber „SAR“ (Save and Rescue) auch über Deutschland am Himmel. Diese Jungs gehören dazu. Der Clou: Für einen minimalen jährlichen Aufpreis von 15 EUR (mehr zu den SPOT-Kosten unten) kann man eine Versicherung abschließen, die Rettungseinsätze bis zu 100.000 US-$ übernimmt. Wer sich einmal mit den Kosten für eine Hubschrauber-Flugstunde beschäftigt hat, wird das zu schätzen wissen.

SPOT Gen3 – der Gerät

Knapp so groß wie eine Zigarettenschachtel kommt SPOT Gen3 daher. Orange-schwarz, Spritzwasser geschützt und an einem Bändel mit Klettverschluss und Karabinerhaken. Eigentlich ist es selbsterklärend. Trotzdem empfehle ich dringend das SPOT Gen3-Erklärvideo (unten) – allein, weil es sehr lustig ist. Ich freue mich auf die Shiatsu-Massage!

So viel gibt es nicht zu erklären. Vielleicht zwei Hinweise. Die Anleitung spricht immer von freier Sicht auf den Himmel, damit die GPS-Ortung einwandfrei funktioniert. Das klappt natürlich auch im Auto oder in Gebäuden (dort zumindest am Fenster). Es dürfte aber auch klar sein, dass in Höhlen, Tiefgaragen oder in den tiefsten Urwaldtälern nicht zwingend eine Satellitenverbindung steht. Wer eine Bestätigung hierfür braucht, kann das an den rot oder grün blinkenden Status-LED ablesen.

Ein anderes Thema ist die Batterielebensdauer. Diese ist natürlich sehr stark davon abhängig, wie häufig ein Tracking-Signal gesendet wird und wie gut die Satelliten-Verbindung ist (klarer Himmel, Wolken, Hindernisse). Man kennt das ja vom iPhone: Ortungsdienste ziehen Saft, insbesondere, wenn man sich im Haus aufhält und nicht unter freiem Himmel. Als Beispielwert gibt der Hersteller an:

  • 8 Stunden aktives Tracking im 30 Minuten-Intervall bei 100% klarem Blick auf den Himmel: 78 Tage
  • 24 Stunden aktives Tracking im 5 Minuten-Intervall bei 50% klarem Himmel: 4,5 Tage
  • 8 Stunden aktives Tracking im 60 Minuten-Intervall bei klarem Himmel: 156 Tage

Dabei handelt es sich freilich nur um Richtwerte. Wer sich die gesamte Tabelle ansieht, wird aber schnell sehen, dass er ausreichend Zeit hat, bis die Batterien gewechselt werden müssen. Davon braucht das Gerät 4 AAA-Batterien (aka Micro), die es auch als Akkus gibt. Als Akkus können die Batterien gleich via USB-Kabel im SPOT Gen3 geladen werden. Und selbst ohne Batterien ist der SPOT Gen3 via USB-Kabel (zum Beispiel am Zigarettenanzünder) betriebsfähig. Wir werden auf Nummer sicher gehen und einfach ein zweites Pack Batterien einpacken.

Was kostet der SPOT Gen3?

Satelliten-Telefonie ist uns zu teuer. Also stellt sich die Frage, was denn der SPOT Gen3 kostet. Bei Amazon kostet er 155,58 Euro. Amazon hat damit das günstigste Angebot, das wir finden konnten. Damit hat man zunächst einmal das Gerät gekauft. Dazu kommt aber auf jeden Fall noch ein jährlicher Servicevertrag, den man nicht vergessen darf. Je nach Funktionen wird es mehr oder minder teuer, ein bisschen undurchsichtig sind die Vertragsoptionen schon. Der normale Basis-Servickostet 137,40 EUR zzgl. Steuern pro Jahr. Hierin enthalten ist das normale Tracking (5, 10, 30, 60 Minuten), das Check-in-Messaging und natürlich auch der SOS-Notruf. Das Tracking muss alle 24 Stunden manuell aktiviert werden. Als Erweiterung gibt es das Unlimited- oder Extreme-Tracking. Hier kann auch im zweieinhalb Minuten-Intervall und ohne manuelle Reaktivierung getrackt werden. Der Aufpreis beträgt ab 31,71 Euro zzgl. Steuern pro Jahr. Und es gibt die GEOS-Einsatzversicherung für schlappe 15,00 Euro zzgl. Steuern pro Jahr. Mehr zu den Preisen und Optionen gibt es in der SPOT-Preisliste.

Wir haben uns für das Paket bestehend aus Basis-Service, Unlimited-Tracking und GEOS-Versicherung entschieden. Die Gesamtkosten belaufen sich auf 216,23 Euro pro Jahr, also 18,01 Euro pro Monat. Das ist ein sehr überschaubarer Preis, insbesondere im Vergleich zu einem Iridium-Telefon.

SPOT Shared Map

Neben dem SOS-Notruf und der Positionsmeldung gibt es noch ein kleines Gimmick, das wir sowieso für uns und für Euch gesucht haben: das Tracking auf Google Maps. Mit einer SPOT Shared Map kann man unsere öffentlichen Log-ins jederzeit nachverfolgen. Uns findet ihr auf dieser Karte. Entweder diesen kryptischen Link (http://panamericana.de/spotme) speichern oder oben in der Navigation „unsere aktuelle Position“ auswählen. Dort solltet ihr uns finden, sobald wir unterwegs sind.

Defender-Umbau – Phase 1

Unser Reisemobil ist ein Landrover Defender 110, Baujahr 2014, Erstzulassung März 2015. Mit dem Defender hat alles angefangen. Mit ihm bin ich im Mai 2015 einmal quer durch Europa gefahren. Damals gab es hinten drin noch ein klappbares Bett aus Multiplex-Platten. Unter den Platten war reichlich Platz für eine Zarges-Box und zwei durchsichtige Kisten mit Deckel von Ikea.

Defender Schlafplatz auf Multiplex-Platten

Erster Versuch: Defender Schlafplatz auf Multiplex-Platten

Ansonsten entsprach die Ausstattung damals der Serienausstattung des aktuellen Defenders. Keine weiteren An- und Umbauten. Serienreifen, Seriensitze, Serienlenkrad, Serienradio. Lediglich die hintere, dritte Sitzreihe war schon nicht mehr drin. Statt dessen zierte ein Dachträger das Dach – irgendwie mussten wir ja Camping-Tisch und -Stühle durch den Kontinent bringen. Als Matratze haben wir uns eine 12cm dicke Schaumstoffmatratze zuschneiden und beziehen lassen. 135×190 cm, also quasi schon Bettmaße. 12cm Dicke ist schon sehr komfortabel. Wer es weniger bequem haben möchte, kommt sicherlich auch mit 8cm aus.

Damit wir nicht die ganze Zeit im Schatten sitzen mussten (müssen), haben wir uns noch eine Markise besorgt. Zur Wahl standen die Luxus-Variante von Foxwing in L-Form (Seite + Heck) oder die einfache Variante, die „nur“ die Seite schützt. Preislich ein klarer Unterschied: Die Foxwing ist gut doppelt so teuer. Ich hatte nicht vor, im  Regen hinter dem Heck zu stehen, deswegen haben wir uns für die Awning von Nakatanenga mit 3 Metern Breite entschieden. Da ich zu  blöd war, die Verpackung ganz auseinander zu nehmen, habe ich das Montagematerial vermisst. Weil ich zufällig in Köln bei Matzker war, hat es der Zufall so gewollt, dass der im Januar verstorbene Chef Amadeus Matzker kurzerhand auf’s Dach gehüpft ist und die Awning selbst montiert hat.

Defender-Ausbau für die Panamericana

Es ist natürlich vollkommen utopisch, mit dieser Ausstattung ein Jahr auf der Panamericana unterwegs sein zu wollen. Wenig Staufläche, kein Sitzen im Auto, keine Heizung, Straßenbereifung und und und. Deswegen war schnell klar, dass der Defender gründlich aus- und umgebaut werden muss.

Hier gibt es jetzt einen Überblick über die Änderungen, die wir momentan gerade machen bzw. machen lassen – in Listenform. Auf die einzelnen Punkte werde ich sicherlich nochmal gesondert eingehen, hier geht es mal um einen groben Überblick.

Hubdach

Hubdach für den Landrover Defender

Hubdach für den Defender

Ein richtiger Schlafplatz, viel Stauraum, die Möglichkeit, das Bett ungemacht mit auf Reisen zu nehmen. Zuklappen, sichern, losfahren. Das geht nicht mit dem Multiplex-Bett und auch nicht mit einem Dachzelt. Außerdem wird das Dachzelt nicht geheizt. In Alaska könnte das arg kalt werden.

Wir haben uns verschiedene Systeme angesehen. Bei den meisten konnten wir den bereits montierten Dachträger nicht behalten. Letztlich ausschlaggebend für das Hubdach von Dietmar Knaack aus Grevenbroich („Schätzelein, isch hab Rücken!“) war der faire Preis, die Nähe und der nette Mensch. Das kann man gar nicht anders sagen! Dietmar hat selbst einen ausgebauten Defender und steht mit Rat und Tat (und Kaffee und Kuchen!) zur Seite.

Ins Dach passt fast haargenau unsere Matratze. Wir haben an den Seiten knapp 4 Zentimeter kürzen müssen. Aber es liegt sich prächtig. Das Dach macht den Defender rund 12 Zentimeter höher. Das macht sich beim Fahren schon bemerkbar, aber man gewöhnt sich schnell an den höheren Schwerpunkt.

Heizung

Die Standheizung kommt von Planar (Planar 2D12 2KW), einem tschechischen Hersteller. Ich hätte auch die Eberspächer oder eine webasto nehmen können. Ausschlaggebend war hier allein der Preis. 530,- Euro (statt über 1.000) finde ich ein valides Argument. Den Nachteil der Lautstärke kann man durch den Anbau eines Eberspächer Schalldämpfers bereinigen. Die Heizung heizt mit 2 KW nur den Innenraum (nicht den Motor). Die Steuerung erfolgt über ein Bedienteil, das wir in Griffnähe des Hubdaches einbauen.

Zusatztank

Der normale Füllstand im Defender hat  mir anfänglich ein bisschen Sorgen bereitet. In Südamerika gibt es nicht an jeder Ecke Tankstellen. Schon gar nicht die mit „gutem Diesel“. Und die Atacama ist auch größer, länger und breiter, als der normale Tank hergeben würde. Der GMB-Zusatztank für Landrover Defender ist (hoffe ich) eine gute Wahl. 45 Liter Zusatzvolumen reichen bei voller Beladung für 350 Kilometer (oder etwas mehr). Zusätzlich hat er den Vorteil, dass er keine zusätzliche Pumpe benötigt. Ein Teil weniger, das kaputt gehen kann.

Seilwinde

Die Seilwinde. Tja, braucht’s die wirklich? Gute Frage. Ich betrachte sie mal als Versicherung. Wenn man eine hat, wird man sie nicht brauchen. Hat man keine, dauert es nicht lange, bis man im Dreck stecken bleibt. Wir haben uns also für die „Versicherung“ entschieden und ein einfaches Modell genommen, das nicht ständiger Dauerbelastung standhalten muss. Die Seilwinde von Britpart (dieses Modell) kostete inkl Montage und Seilwindenstoßstange knappe 1.500,- Euro. Viel Geld für eine Versicherung. Aber was ist beim Defender schon günstig ;-) Wir werden sehen, wie häufig wir sie wirklich einsetzen werden. Wenn nicht, auch nicht schlimm. Sie schaut ja auch ganz nett aus.

Weitere Ein- und Ausbauten

Neben der ganzen Fahrzeugtechnik gibt es natürlich auch noch das große Kapitel des Innenausbaus. Schränke, Staufläche und natürlich auch die Elektrik und Kühlung spielen für die Reise eine große Rolle. Dem Thema widme ich mich irgendwann in den kommenden Wochen, wenn alles eingebaut ist.