Werkstattbesuch

An den Defender lassen wir nur drei Dinge: die Hände von Dietmar, die Hände von Ingo und WD40. „Die Hände von Ingo“ muss ich insoweit relativieren, als dass auch die Hände seiner Jungs einbezogen sind. Und genau dort – bei seinen Jungs – waren wir am Montag. In der Landygarage Lubert (soviel Werbung muss sein) gab es den letzten Check vor der Reise.

„Von mir aus kannst Du fahren“, war Ingos abschließendes Fazit, nachdem Dirk mit mir nochmal die wichtigsten Teile durchgegangen ist. Nicht, dass ich plane, gebrochene Achsen zu tauschen, wie wir es beim Technik-Workshop im März gelernt haben. Oder besser: gelernt hätten haben sollen. Das kann sich letztlich sowieso niemand merken und, was hilft uns das Steckachsen-Wechsel-Know-How, wenn wir keine Ersatzachse dabei haben.

Luftfilter, Kraftstofffilter & Co., also das übliche Servicematerial haben wir aber dabei und deswegen war es nochmal gut, zu sehen (und zu üben), wie man Getriebeöl prüft und wieviel Spiel die Gelenke haben dürfen. Hat sich gelohnt. Im wahrsten Sinne habe ich wieder mal viel bei Ingo mitgenommen: Ersatzteile :-)

 

Sitzecke und Notbett

Mit großem Staunen haben wir letzte Woche in Peißenberg den Offroad VW Crafter von Lisa aus München („Hallo, wenn Du hier mitliest!„) von innen besichtigt. Der Crafter, wie auch so man anderes großes Reisemobil bietet doch viel, viel, viel mehr Platz, als unser kleiner Defender. Hochdach, Sitzecke, Kochstelle, bequeme Liegesitze, Dachterrasse – was es nicht alles gibt. Aber manchmal, wenn man genau hinschaut, dann entpuppt sich der „kleine“ Defender zum wahren Raumwunder. Das sagen zumindest manche, die einen Blick in unser Reisemobil werfen.

Sitzecke – perfekt gepolstert

Auf unsere zwei Staufächer auf der Beifahrerseite haben wir uns vom Aachener Schaumstoffcenter zwei Sitzkissen passgenau anfertigen lassen. Wobei, es sind ja nicht wirklich zwei, sondern eher ein klappbares. Wie unsere Matratze im Hubdach besteht das Sitzkissen aus zwei einzelnen Kissen, die in der Mitte zusammengenäht sind. So lässt sich das Sitzkissen praktisch auf die Hälfte reduzieren und wir kommen an die Staufächer darunter, ohne immer das ganze Kissen herausnehmen zu müssen. An der rechten vorderen Ecke hat das Kissen zudem noch eine kleine Ecke, damit die Luft aus der Standheizung auch ordnungsgemäß ihren Weg in den Innenraum findet.

Im Bezug steckt ein Kaltschaum-Kern mit 6 cm Dicke. Das ist die Hälfte unserer sehr komfortablen Matratze im Hubdach; zum Sitzen sollte das locker reichen. Und für eine paar Nächte in unserem 1-Mann-Notbett ebenso.

Sitz- und Liegepolster für den Defender

Sitz- und Liegepolster für den Defender

Notbett für ein paar Nächte

Obwohl das Bett im Defender-Dach schon ziemlich großzügig bemessen ist, kann es ja durchaus mal sein, dass wir das Bett nicht gemeinsam teilen wollen. Sei es, weil einer krank ist oder weil man auf die Couch im Wohnzimmer verbannt wird. Soll ja alles schon vorgekommen sein. Zumindest für den ersten Fall, haben wir noch ein Notbett. Im Fußboden des Defenders ist eine Platte verlegt, die sich an einer Schlaufe ganz einfach herausgeben lässt. Auf zwei Schienen an den Staufächern rechts und am Schrank links kann die Platte genau auf Höhe der Boxen auf der Beifahrerseite wieder eingelegt werden.

Zusammen mit zwei weiteren Sitzpolstern, die in etwa die gleiche Breite und Länge wie die Sitzpolster auf den Stauboxen auf der Beifahrerseite haben, ergibt sich eine zusätzliche Liegefläche. Zumindest in der Breite. Nach hinten raus ist der Platz wegen der Kühlbox schon ein wenig eingeschränkt. Aber wer braucht schon so viel Platz für die Füße?

Das Notbett, wenn es oben mal zu eng wird

Variable Sitzkissen

Das Schöne an den klappbaren Sitzkissen ist die Variabilität. Sie können nahezu beliebig geklappt, gedreht und gestapelt werden. So sind sie (hoffentlich) nicht permanent im Weg. Und sie können zum Beispiel auch als Rückenlehne für die Sitzbank dienen. Oder als Outdoor-Matratze, wenn wir mal schnell irgendwo ein Sitzpolster brauchen und nicht gleich die Oztent-Stühle vom Dach holen wollen.

Erstaunt hat und schon, was man bei einem Schaumstoffspezialisten so alles machen lassen kann. Wir haben uns gemeinsam das Auto innen angeschaut, erzählt, was wir vorhaben und  Jacques vom Schaumstoffcenter hat alles absolut passgenau angefertigt, genäht und eingepasst. Das hat zwar seinen Preis, der nicht vergleichbar ist mit irgendeinem Sitzkissen aus dem Baumarkt, aber genau diesen Preis war es uns auch wert. Dafür haben wir jetzt auch genau das, was wir wollten. So kommen wir dann hoffentlich auch ganz gut mit unserem arg begrenzten Platz hin – gemütlich ist es jedenfalls schon mal!

Sandbleche und Kanisterhalter

„El Gordo“, unser Reisemobil, hat heute noch zwei wichtige Ausstattungsdetails bekommen. Auf beiden hinteren Heckscheiben sind jeweils zwei Airlineschienen angebracht. Auf der Beifahrerseite sind dort zwei Halterungen für Reservekanister montiert. Pro Kanister können wir so nochmal zusätzlich 20 Liter Diesel mitnehmen. Insgesamt können wir dann maximal 163 Liter Treibstoff über die Panamericana schippern. Die Reichweite können wir damit unter optimalen Bedingungen auf rund 1.350 Kilometer ausreizen. Und das ist schon eine ganze Menge. Mit anderen Kanistern (für Lebensmittel geeignet) könnten wir so auch unseren Wasservorrat ausbauen. Einziges Manko: Die schöne Aussicht durch das Fenster ist damit ziemlich verbaut.

Auf der Fahrerseite sind in die Airlineschienen zwei Sandbleche eingehängt. Die dienen der Fortbewegung, wenn es zum Beispiel auf Sand mal nicht mehr weiter geht. Auf dieser Seite ist das Versperren der Aussicht egal, weil von innen ja eh die Schränke vor dem Fenster stehen. Mal abgesehen von der praktischen Seite der Sandbleche beim Fahren in schwierigem Gelände und der Tatsache, dass sie sich ganz gut am Auto machen, haben sie noch einen anderen Zweck. Dank der Klapphalter lassen sich die Sandbleche herunterklappen und bilden so einen kleinen Stehtisch. Das ist zum Kochen und Campen ziemlich praktisch. Wir haben das gleich mal mit einem kleinen Gin ausprobiert.

Ein besonderer Dank gilt – wie so oft – Dietmar! Dietmar hat heute mit mir am Defender gebastelt und dafür gesorgt, dass ich nicht alles falsch mache. Und ganz nebenbei haben wir noch die Kreuzgelenke gefettet (hört sich fast so an, als wüsste ich, wovon ich schreibe!) Nach den zahlreichen Basteleien und unseren Sonder- und Extrawünschen hat er auch gleich angedeutet, dass er nach unserer Abreise seine Handynummer ändert …

Kleiner Trip, große Einkaufsliste

Die letzten Tage waren wir ein bisschen in Europa unterwegs. Eigentlich wollten wir ja bis nach Dubrovnik fahren. Nicht nur wegen Game of Thrones. Auch wegen Antike, Mittelalter und Osmanischem Reich. Und wegen des tollen Wetters. Nun gut, das mit dem Wetter war dann halt doch nicht so toll und deswegen haben wir uns kurzerhand entschlossen, dem schönen Wetter hinterher zu fahren.

Aus Dubrovnik wurde dann an San Gimignano. Und Pisa. Und Sestre Levante. Da sitzen wir jetzt mit Blick aufs Meer und haben die ersten Tage im fast fertigen Defender hinter uns. „Fast“ fertig, weil ja hie und da noch ein bisschen was fehlt. Die klappbaren Sandbleche zum Beispiel. Oder die Kaninbenzister auf der anderen Seite des Hecks. „Fast“ fertig auch, weil wir in dieser Woche schon mal jede Menge ausprobieren konnten und gemerkt haben, dass halt doch noch nicht alles stimmt.

Die Handgriffe optimieren sich von selbst

Bei der Aufgabenverteilung ist der Weg vom real life zum Overlander gar nicht so weit. Manche Sachen ändern sich nicht, wie zum Beispiel die Verteilung Kochen vs. Spülen. Ich koche und kümmere mich um alles, was mit Nahrungsaufnahme zu tun hat, Michaela spült. War schon oft so, ist auch auf Reisen nicht anders. Und da fällt dann auf, wie sich die Handgriffe und die Ordnung im Defender im Laufe weniger Tage von selbst optimiert. Bevor wir losgefahren sind, haben wir die meisten Sachen ordentlich geplant und überlegt auf die vorhandenen Stauflächen verteilt. Hier die Klamotten von Michaela, dort meine. In eine Box mein elektronisches Spielzeug, in die andere die Messer und die Feuerutensilien. Und in die dritte den Kaffee und Tee. Natürlich steht der Spiritusbrenner sauber aufgeräumt im linken Fach, der Spiritus selbst im rechten. In der Theorie klingt das alles ganz logisch und perfekt. In der Praxis ist vieles davon echter Humbug.

Im Laufe der letzten Tage sind viele Sachen dorthin gewandert, wo wir sie brauchen oder erwarten. Natürlich liegen jetzt alle Utensilien für einen gescheiten Espresso möglichst nah beieinander: Kaffee, großer Löffel, Tassen, Feuerzeug; alles in einer Usefull Box. Und Der Spiritus steht im gleichen Fach, wie der Brenner. Nur die Milch für den Kaffee, die steht im Kühlschrank.

Apropos Kühlschrank. Noch so ein Ding, das sich uns angepasst hat. Ich bin ein Fan scharfer Messer, Buck-Knives und solche. Die lagen alle zusammen in einer Useful Box. Und das Brotzeitbrett war gut verstaut in einer Klappkiste. Jetzt liegt eines der Messer und ein Brett im Kühlschrank. Weil wir eben beides brauchen, wenn wir mal ein Brot schmieren wollen. Und da will man halt nicht jedes Mal Klappe auf, Teil raus, Klappe zu, nächste Klappe auf, Teil raus, Klappe zu …

Stauraum in rauen Mengen

Als wir den Stauraum geplant haben, haben wir uns zunächst Gedanken darüber gemacht, was wir alles mitnehmen wollen. Utopisch zu denken, dass das hinterher der Realität entsprechen würde. Es werden doch weniger Klamotten sein, als ursprünglich geplant. Und es werden doch mehr Kleinigkeiten des täglichen Bedarfs sein. Ein Sieb für heiße Nudeln und rituelle Salatwaschungen haben wir schon nachgekauft. Kleine Müslischüsseln werden auch noch dazu kommen.

Wirklich glücklich sind wir mit den durchsichtigen Boxen von Ikea und den Zarges-Boxen.
Die Ikea-Boxen unterteilen die großen Kisten auf der rechten Seite, die auch als Sitzgelegenheit dienen. Drei große und drei kleine Boxen passen rein. Da ist alles schön sortiert und mit einem Handgriff aus der Kiste genommen. Kein Kramen und kein (oder wenig) Suchen. Weil die Boxen durchsichtig sind, weiß man auch direkt, was drin ist, ohne jede Box aufmachen zu müssen. Im linken Schrank („Hochschrank“) stehen die gleich Boxen in schwarz. Blöde Idee, weil ich halt doch nicht immer auf Anhieb weiß, ob in der einen Box jetzt die Gewürze sind oder die Tomaten.

Die zwei Zarges-Boxen sollten eigentlich aufs Dach. Eine für jeden als Refugium für die Klamotten, die wir gerade nicht benötigen. Und die große (sehr große!) Zarges-Box sollte eigentlich daheim bleiben. Ob die nun doch mit darf, steht gerade auf der Kippe. Aber klar ist jetzt schon, dass mindestens eine der kleineren Boxen (40701) ständig im Innenraum mitreisen darf. Da habe momentan ich einen Teil meiner Klamotten drin, die ich im Laufe der Zeit brauche, also immer griffbereit haben will. Was viel wichtiger ist, also für uns zumindest, ist die Nutzung der Box als kleiner Tisch. Zusammen mit dem Gestell unseres Outdoor-Klos, von manchem liebevoll „Kackstuhl“ genannt, ergibt die Box einen perfekten Beistelltisch, der innert weniger Sekunden startklar ist. Im Gegensatz zum Campingtisch, der erst aus dem Fach gekramt und zusammengebastelt werden muss, ist der „Zarges-Tisch“ mit zwei Handgriffen aufgebaut.

Wir brauchen mehr Steckdosen

Wie im richtigen Leben: Es mangelt immer an Steckdosen! Und jetzt können wir daran noch was ändern. Allein dafür hat sich der Trip gelohnt. Zwei USB-Anschlüsse im „Geheimversteck“, einer am Kühlschrank und einer am Zigarettenanzünder sind einfach zu wenig. Anders: Nicht zu wenig, sondern an der falschen Stelle.

Man sitzt im Auto, zuckelt irgendwo durch Patagonien und stellt fest, dass man ja eigentlich mal das Handy laden könnte. Geht aber nicht, weil das Navi einen Strom braucht. Im Fußraum auf der Beifahrerseite fehlt also mindestens ein Stecker. Und weil ich kein Fan von „dreimal abgeschnitten und noch zu kurz“ bin, sollten da lieber zwei Doppelstecker hin; also vier. Man kann ja nie wissen.

Gleiches gilt für das Defender-Heck. Man steht draußen, brät gerade ein Spiegelei oder zwei und möchte dabei einer zünftigen Musi lauschen. Geht aber nicht, weil die Teufelbox einen leeren Akku hat. Da geht man ja nicht hin und lädt den Lautsprecher vorne im Fußraum oder an der Kühlbox auf. Nein, da möchte man dann schon einen Strom in Griffweite haben.

Die Einkaufsliste wächst

Also mehr Steckdosen. Luxusprobleme. Ich weiß. Aber jetzt können wir noch was dran ändern. Wenn wir erst mal auf dem Schiff sind, dann wird’s schwierig mit den Boxen. Und mit dem Stromanschluss auch.

Deltabags für die Hecktüre, Klettverschlüsse, kurze Airline-Schienen hinten und innen am Schrank, USB-Steckdosen, Boxen und Kistchen, Handfeger, Fussmatten, Airline-Fittings, Oropax-Täschchen für die oberen Fenster, usw. Unsere Einkaufsliste ist nochmal riesig lang geworden.

Offroad-Training zur Einstimmung

Mit Freelander und Discovery waren wir schon das ein oder andere Mal im Gelände unterwegs, allerdings immer nur aus Spaß an der Freude. Vor unserer Tour, die uns sicherlich auch einige Offroad-Strecken bescheren wird, wollten wir aber unbedingt nochmal unter Anleitung auch mit dem Defender in den Matsch und auf die Piste. Nicht nur, um das Auto, das ja im Gegensatz zu den anderen beiden über quasi keinerlei elektronische Hilfsmittel verfügt, besser kennenzulernen, sondern auch, um es mit dem kompletten Ausbau mal einem kleinen Quietsch- und Belastungstest zu unterziehen.

Die meisten meiner Trainings habe ich bisher bei Stefan und seinem Quadrofaktum-Team (ehemals Landyreisen) gemacht. Und als wir im vergangenen Herbst zusammen in Verdun unterwegs waren, hat mich Stefan auf das Allradler-Wochenende hingewiesen. Im Gegensatz zum normalen Offroad-Training, geht das Allradler-Training nicht nur über einen Tag (sondern zwei). Und neben dem eigentlichen Fahrtraining geht es auch noch um Seilwinde, kaputte Reifen, erste Hilfe, etc.

Luftbild des Offroad-Geländes im belgischen Dürler

Luftbild des Offroad-Geländes

Weil wir und schon so lange kennen und wir am Samstag einen Vortrag über unsere Reiseplanungen halten wollten, hat Stefan uns eingeladen, schon am Freitag zum Team-Treffen anzureisen und das Wochenende mit der Crew bei einem (oder zwei) Bier einzuläuten. Dem sind wir natürlich nur allzu gerne gefolgt. Das Wochenende startete also schon mal sehr entspannt.

Nicht mehr ganz so entspannt waren die folgenden zwei Tage. Sie waren vollgestopft mit Theorie und Praxis und jeder Menge Action. Gut war für mich schon mal die Wiederholung der ganzen Fahrtheorie. Nach dem technischen Training vor ein paar Wochen war es gut, jetzt nochmal das Fahr-Know-How aufzufrischen: Untersetzung, Differenzial-Sperre, Save Recovery. Die perfekten Grundlagen, um beim Fahren im Gelände eine ruhige Hand zu bewahren. Und obwohl ich den Offroad-Kurs eigentlich in- und auswändig kenne, war es doch wieder ein spannendes Erlebnis, die ganzen Tipps&Tricks nochmal neu (weil im anderen Auto) anzuwenden. Sei es die Verschränkungspassage, Neigungswinkel mit beladenem Auto oder die enormen Steigungen und Gefälle auf matschiger Piste. Mein persönliches Highlight: Abwürgen am Hang und Save Recovery. Ruhe bewahren, Rückwärtsgang einlegen, Handbremse lösen, Fussbremse lösen und dann den Motor starten. Ja, bei eingelegtem Rückwärtsgang im Hang. Muss man mal erlebt haben. Denn letztlich passiert nichts, außer, dass der Defender sicher und kontrolliert rückwärts den Berg wieder runter fährt.

Seilwinden-Workshop mit Jörg

Seilwinden-Workshop mit Jörg

Noch ein Highlight: Der Seilwinden-Workshop mit Jörg. Jörg nutzt als Förster seinen Defender und Seilwinden-Technik im Job. Er ist also vom Fach. Und das merkte man ihm auch deutlich an: Fakten, Fakten, Fakten über Material, Auto und Techniken. Jede Menge gelernt, jede Menge mitgenommen. Und hinterher war Jörg noch so freundlich, und hat uns sehr viele hilfreiche Tipps in Form einer Einkaufsliste für die Panamericana-Tour zusammengestellt. Schade, dass wir die Quadrofaktum Schwarzwald-Tour im letzten Jahr nicht mitmachen konnten; jetzt weiß ich, was wir verpasst haben.

Zurück zum Training: Neben der ganzen Fahrerei und Theorie kam natürlich auch die Quasselei nicht zu kurz. Knapp 60 Teilnehmer auf 21 Fahrzeugen. Da kommt jede Menge Reiseerfahrung zusammen. Seien es die zwei Heinsberger (sorry, dass ich Eure Namen nicht mehr parat habe), die über ihr halbes Jahr in Südafrika erzählt haben oder Barbara und Stefan, die beiden immer mal wieder Reisenden. Da waren ganz viele wertvolle Tipps für uns mit dabei! Und Michael, das fand ich ein ganz nettes Kennenlernen, der mit seinem Sprinter fast zur gleichen Zeit wie wir, mit der gleichen Reederei, ebenfalls in Montevideo anlandet um dann zumindest ein paar Monate in Südamerika zu verbringen. So klein ist die Welt. Wir freuen uns auf unser Treffen in Chile (oder sonstwo dort unten). Ich kann jetzt gar nicht alles und jeden hier einzeln namentlich aufführen. Es waren – insbesondere nach unserem Vortrag am Samstag abend – so viele nette Menschen und Kontakte da. Vielen Dank Euch allen für die vielen (wirklich guten!) Tipps und die netten Unterhaltungen. Das war ein Vorgeschmack auf unsere Reise: Jeder, der so eine Reise gemacht hat, hat uns von den vielen netten Menschen erzählt, die er kennengelernt hat. Das war also quasi diesbezüglich unser Anfang :-)

Und wenn ich gerade von netten Menschen schreibe und Euch hier in die Fotogalerie entlasse: Stefan, Elke und das ganze Team. Das war ein richtig geiles Wochenende. Vielen Dank Euch allen für die Erfahrungen, die wir sammeln konnten! Wir sehen uns wieder. Ihr müsst einfach nur die Lichtorgel einschalten ;-)

Dieselpartikelfilter in Südamerika

Legendär soll der Sprit in Südamerika sein. Legendär schlecht. Aus allen Ecken und Enden hört man, wie schwierig es sei, in Südamerika sauberen Diesel zu organisieren. „Dreckiger Diesel“ das hört sich erstmal schlimm an. Was es damit auf sich hat, das braucht erstmal ein bisschen Zeit, das herauszufinden, die guten von den richtigen Informationen zu trennen, die falschen von den wahren, die aktuellen von der veralteten. Hier der aktuelle Stand, wie wir ihn uns zusammengetragen haben.

Schlechter Sprit ungleich schlechter Sprit

Zwei Arten von schlechtem Sprit haben wir bei unseren Recherchen entdeckt. Die eine Variante, Verunreinigungen, ist relativ einfach zu erkennen, zu entdecken und zu beheben. Wenn man an einer beliebigen Dorftankstelle hält, dort, wo der Sprit aus dem verrosteten Ölfass gepumpt wird oder aus Benzinkanistern, da ist die Verunreinigung abzusehen. Da ist klar, dass Staub und Dreck und Metallteile, von mir aus auch Zigarettenkippen im Diesel schwimmen. Das sieht man, das erkennt man, das muss man nicht zwangsläufig tanken. Wenn es nun doch mal nicht anderes geht, dann helfen Milchfilterschläuche. Die filtern wenigstens den groben Dreck raus und der Tank bleibt verhältnismäßig sauber. Milchfilterschläuche gibt es im Landmaschinenhandel (bei Amazon oder beim Bauern um die Ecke). Und „gute“ Tankstellen, also moderne, halbwegs saubere Tankstellen gibt es inzwischen auch in Südamerika. Das ist alles gar nicht mehr so schlimm, wie manch einer weismachen möchte.

Die andere Variante des „schlechten Sprits“ betrifft den Schwefel-Anteil im Diesel. Gemessen wird der Schwefelanteil in ppm, parts per million. Also – vereinfacht ausgedrückt – wie viele Schwefelteile kommen auf eine Million Dieselteile. Die untenstehende Grafik der UNEP, dem Umweltschutzprogramm der vereinten Nationen, zeigt, wo es trüb im Sprit ist. Grundsätzlich ist das für ältere Fahrzeuge kein Problem, sonst würde in Südamerika kaum jemand mit einem Auto durch die Gegend fahren. Moderne Autos mit europäischer Abgasnorm – so wie unser Defender – würden aber zwangsläufig Probleme kriegen, wenn Dieselpartikelfilter (DPF) und Abgasrückführung (AGR) verrußen und um Säuberung bitten.

Unser konkretes Problem

Unser Defender, Baujahr 2014, ist mit Euro4 zugelassen. Dank Dieselpartikelfilter und Abgasrückführung ist der Dreck, der hinten aus dem Auspuff rauskommt, zwar sauberer, als bei älteren Modellen. Für die Panamericana-Reise ist das aber schlecht, wenn man ebendiesen schwefeligen Sprit bedenkt. Weil die Verbrennung nicht mehr sauber funktioniert und der ganze Dreck, der sich in Wohlgefallen auflösen sollte, im Partikelfilter kleben bleibt. So lange, bis der nicht mehr mag.

Jeder, nahezu jeder, den man fragt, hat einen guten Tipp parat. Der am häufigsten genannte: Kurz vor der Reise den DPF ausbauen und durch ein einfaches Rohr ersetzen. Mal abgesehen davon, dass man die Betriebserlaubnis für den Defender verliert, wenn der Partikelfilter auf einmal nicht mehr da ist, ergibt sich noch das Problem der Motorsteuerung. Die denkt dann nämlich, der DPF wäre kaputt und streikt. Bleibt also nur, den Dieselpartikelfilter aus der Motorsteuerung auszuprogrammieren. Und das ist gar nicht so einfach. Alldieweil das nicht jeder macht und es darüberhinaus bei der nächsten Inspektion bei der freundlichen Landy-Werkstatt erhebliche Probleme geben dürfte.

 

Bevor wir uns nun aber für den Ausbau entscheiden, wollten wir uns noch ein bisschen mehr umhören. Und da gab es viel, sehr viel zu hören. Nun, die meisten Tipps zum DPF und AGR kommen eh von Leuten, die sich in grauer Theorie bewegen. Unten in Südamerika waren die wenigsten mit aktuellen Baureihen.

Was der Südamerika-Experte sagt

Christian „Weindi“ Weinberger ist mit seinem Defender schon ein bisschen länger in Südamerika unterwegs und hat meine Frage nach seinen Erfahrungen so kommentiert:

Nach mehr als 2,5 Jahren in Südamerika kann ich dir folgendes sagen: Wenn es bei deinem Fahrzeug möglich ist das DPF auszubauen, mach es, es wird dir die Reise stark vereinfachen. Wenn du nur in Argentinien-Chile die Anden überquerst, wird es sich nicht so extrem auswirken, da du in diesem Fall nur kurzzeitig über 3200 Meter fährst, in Bolivien wirst du hunderte bis tausende Kilometer teils auf 4000 bis über 5000 Meter fahren, und da wird dir der DPF Probleme machen, weil er zu macht, das Freibrennen nicht mehr funktioniert. Du hast wenigstens noch Euro 5, Bei Euro 6 wird das Ganze noch komplizierter, weil man an diesen Fahrzeugen das Dieselpartikelfilter nicht mehr ausbauen und umprogrammieren kann, weil alles zu kompliziert vernetzt ist. Habe einen getroffen, der musste sein Fahrzeug (war ein Mercedes) zurück nach Europa verschiffen. Die europäische Motorelektronik wird auf maximal 3200 Meter programmiert, es gibt ja praktisch keine Straßen oberhalb von 3000 Meter in Europa. Baugleiche Fahrzeuge in Südamerika sind alle mit anderen Motoren bzw. anderen Programmierungen ausgestattet. Die Treibstoffqualität im Süden ist soweit ok. Halt immer schauen, das du an neuen großen, frequentierten Tankstellen tankst, damit kannst du Verunreinigungen durch rostige alte Tanks praktisch ausschließen, bei kleinen Dorftankstellen ists oft schlecht. Die schlechteste Dieselqualität hast du in Ecuador, dort ist er auch am Billigsten. In Peru bekommst du ausschließlich 5 %igen Biodiesel. In Brasilien, Argentinien und Uruguay gibt es 2 Dieselqualitäten, in den anderen Ländern nur einfachen LKW Diesel. Die Basisdiesel verfügen über keine oder wenig Additive, speziell so etwas wie bei uns der Winterdiesel ist hier unbekannt. Ich empfehle für die Berge von daheim 2-3 Liter Dieselfrostschutz mitzubringen, zb. Liqui Moli Fließ fit. Ist in Südamerika sehr schwer zu bekommen, wenn dann nur in Argentinien oder Chile, nachfragen bei einem Minen-Ausstatter zb. Normal beginnt Diesel in Südamerika ab minus 3 Grad zu versulzen. Ich kann es nicht bestätigen, da ich mit TD4 keine Erfahrung habe, aber ein Reisender mit TD4 hat mir gesagt, das der TD4 schneller Probleme bekommt, da die Durchlassöffnungen im Dieselfilter kleiner sein sollen als beim TD5. Einige Reisende die ich getroffen hab, haben zur Filterung des Kraftstoffes einen sogenannten SEPA Filter verbaut.“

Das hört sich schon ein bisschen entspannter an und lässt Hoffnung aufkeimen – wir sind ja nicht für den Rest unserer Tage in den Hochlagen der Anden unterwegs.

Was Landrover sagt

Um wirklich sicher zu gehen, habe ich kurzerhand Landrover eine Mail geschrieben und auch prompt eine Antwort bekommen. Landrover bietet unter dem Label Landrover Experience Reisen mit aktuellen Landrover-Modellen an, unter anderem auch in Bolivien und Peru. Auf die Erfahrungen und Technik auf diesen Touren habe ich in meiner Anfrage gebaut. Und der nette Landrover-Mann hat mir am Telefon sehr nett und ausführlich meine Fragen beantwortet. Das Gespräch lässt sich in dieser Aussage zusammenfassen:

„Wir nehmen (bei solchen Touren) keine Änderungen am Motor, am Dieselpartikelfilter, an der Abgasrückführung und der Motorsteuerung vor. Als einzige Maßnahme empfehlen unsere Techniker auf so einer Tour den Austausch des Kraftstofffilters in kürzeren Abständen vorzunehmen.“

Das ist die eine klare Aussage, die ich mir gewünscht hatte! Den Kraftstofffilter auszutauschen, dass geht relativ problemlos; das haben wir ja neulich gelernt. Was „kürzere Abstände“ sind, diese Info bekomme ich noch. Fazit: Unterm Strich sollten wir keine größeren Probleme erwarten dürfen, als in Europa. Und da hatte ich trotz vielfacher Vorhersage weder beim Freelander, noch beim Discovery welche. Beim Defender bisher auch nicht.

Dieselpartikelfilter und AGR – was wir jetzt tun

Unser Plan sieht jetzt wie folgt aus: Wir lassen den Dieselpartikelfilter dort, wo er ist. Wir bauen nichts aus und wir programmieren nichts um. Wir nehmen ein paar Kraftstofffilter als Ersatz mit und wechseln die je nach Land und Spritqualität mehr oder minder regelmäßig selbst aus. Und wir versuchen, ausschließlich den besten Diesel an den teuersten Tankstellen zu tanken.

Dafür haben wir einen Zusatztank eingebaut und fahren mit zwei Ersatzkanistern durch die Gegend. In der Summe führen wir 140 Liter Diesel mit uns herum. Das sollte für rund 1.000 Kilometer Strecke reichen. Und irgendwo auf dieser Strecke wird es schon eine „schöne“ Tankstelle geben. Im Umkehrschluss heißt das, dass wir an jeder „schönen“ Tankstelle tanken werden.

Und sollte es dann doch so kommen, wie Weindi oben schreibt, wenn der DPF voll ist uns sich nicht durch gleichmäßiges Fahren freibrennen lässt, dann müssen wir uns halt doch eine Werkstatt suchen.

Wir sind da guter Dinge und lassen uns jetzt einfach nicht mehr verrückt machen!

 

Schwefel im Diesel in Südafrika

Schwefel im Diesel in Südamerika

Defender-Umbau – Phase 1

Unser Reisemobil ist ein Landrover Defender 110, Baujahr 2014, Erstzulassung März 2015. Mit dem Defender hat alles angefangen. Mit ihm bin ich im Mai 2015 einmal quer durch Europa gefahren. Damals gab es hinten drin noch ein klappbares Bett aus Multiplex-Platten. Unter den Platten war reichlich Platz für eine Zarges-Box und zwei durchsichtige Kisten mit Deckel von Ikea.

Defender Schlafplatz auf Multiplex-Platten

Erster Versuch: Defender Schlafplatz auf Multiplex-Platten

Ansonsten entsprach die Ausstattung damals der Serienausstattung des aktuellen Defenders. Keine weiteren An- und Umbauten. Serienreifen, Seriensitze, Serienlenkrad, Serienradio. Lediglich die hintere, dritte Sitzreihe war schon nicht mehr drin. Statt dessen zierte ein Dachträger das Dach – irgendwie mussten wir ja Camping-Tisch und -Stühle durch den Kontinent bringen. Als Matratze haben wir uns eine 12cm dicke Schaumstoffmatratze zuschneiden und beziehen lassen. 135×190 cm, also quasi schon Bettmaße. 12cm Dicke ist schon sehr komfortabel. Wer es weniger bequem haben möchte, kommt sicherlich auch mit 8cm aus.

Damit wir nicht die ganze Zeit im Schatten sitzen mussten (müssen), haben wir uns noch eine Markise besorgt. Zur Wahl standen die Luxus-Variante von Foxwing in L-Form (Seite + Heck) oder die einfache Variante, die „nur“ die Seite schützt. Preislich ein klarer Unterschied: Die Foxwing ist gut doppelt so teuer. Ich hatte nicht vor, im  Regen hinter dem Heck zu stehen, deswegen haben wir uns für die Awning von Nakatanenga mit 3 Metern Breite entschieden. Da ich zu  blöd war, die Verpackung ganz auseinander zu nehmen, habe ich das Montagematerial vermisst. Weil ich zufällig in Köln bei Matzker war, hat es der Zufall so gewollt, dass der im Januar verstorbene Chef Amadeus Matzker kurzerhand auf’s Dach gehüpft ist und die Awning selbst montiert hat.

Defender-Ausbau für die Panamericana

Es ist natürlich vollkommen utopisch, mit dieser Ausstattung ein Jahr auf der Panamericana unterwegs sein zu wollen. Wenig Staufläche, kein Sitzen im Auto, keine Heizung, Straßenbereifung und und und. Deswegen war schnell klar, dass der Defender gründlich aus- und umgebaut werden muss.

Hier gibt es jetzt einen Überblick über die Änderungen, die wir momentan gerade machen bzw. machen lassen – in Listenform. Auf die einzelnen Punkte werde ich sicherlich nochmal gesondert eingehen, hier geht es mal um einen groben Überblick.

Hubdach

Hubdach für den Landrover Defender

Hubdach für den Defender

Ein richtiger Schlafplatz, viel Stauraum, die Möglichkeit, das Bett ungemacht mit auf Reisen zu nehmen. Zuklappen, sichern, losfahren. Das geht nicht mit dem Multiplex-Bett und auch nicht mit einem Dachzelt. Außerdem wird das Dachzelt nicht geheizt. In Alaska könnte das arg kalt werden.

Wir haben uns verschiedene Systeme angesehen. Bei den meisten konnten wir den bereits montierten Dachträger nicht behalten. Letztlich ausschlaggebend für das Hubdach von Dietmar Knaack aus Grevenbroich („Schätzelein, isch hab Rücken!“) war der faire Preis, die Nähe und der nette Mensch. Das kann man gar nicht anders sagen! Dietmar hat selbst einen ausgebauten Defender und steht mit Rat und Tat (und Kaffee und Kuchen!) zur Seite.

Ins Dach passt fast haargenau unsere Matratze. Wir haben an den Seiten knapp 4 Zentimeter kürzen müssen. Aber es liegt sich prächtig. Das Dach macht den Defender rund 12 Zentimeter höher. Das macht sich beim Fahren schon bemerkbar, aber man gewöhnt sich schnell an den höheren Schwerpunkt.

Heizung

Die Standheizung kommt von Planar (Planar 2D12 2KW), einem tschechischen Hersteller. Ich hätte auch die Eberspächer oder eine webasto nehmen können. Ausschlaggebend war hier allein der Preis. 530,- Euro (statt über 1.000) finde ich ein valides Argument. Den Nachteil der Lautstärke kann man durch den Anbau eines Eberspächer Schalldämpfers bereinigen. Die Heizung heizt mit 2 KW nur den Innenraum (nicht den Motor). Die Steuerung erfolgt über ein Bedienteil, das wir in Griffnähe des Hubdaches einbauen.

Zusatztank

Der normale Füllstand im Defender hat  mir anfänglich ein bisschen Sorgen bereitet. In Südamerika gibt es nicht an jeder Ecke Tankstellen. Schon gar nicht die mit „gutem Diesel“. Und die Atacama ist auch größer, länger und breiter, als der normale Tank hergeben würde. Der GMB-Zusatztank für Landrover Defender ist (hoffe ich) eine gute Wahl. 45 Liter Zusatzvolumen reichen bei voller Beladung für 350 Kilometer (oder etwas mehr). Zusätzlich hat er den Vorteil, dass er keine zusätzliche Pumpe benötigt. Ein Teil weniger, das kaputt gehen kann.

Seilwinde

Die Seilwinde. Tja, braucht’s die wirklich? Gute Frage. Ich betrachte sie mal als Versicherung. Wenn man eine hat, wird man sie nicht brauchen. Hat man keine, dauert es nicht lange, bis man im Dreck stecken bleibt. Wir haben uns also für die „Versicherung“ entschieden und ein einfaches Modell genommen, das nicht ständiger Dauerbelastung standhalten muss. Die Seilwinde von Britpart (dieses Modell) kostete inkl Montage und Seilwindenstoßstange knappe 1.500,- Euro. Viel Geld für eine Versicherung. Aber was ist beim Defender schon günstig ;-) Wir werden sehen, wie häufig wir sie wirklich einsetzen werden. Wenn nicht, auch nicht schlimm. Sie schaut ja auch ganz nett aus.

Weitere Ein- und Ausbauten

Neben der ganzen Fahrzeugtechnik gibt es natürlich auch noch das große Kapitel des Innenausbaus. Schränke, Staufläche und natürlich auch die Elektrik und Kühlung spielen für die Reise eine große Rolle. Dem Thema widme ich mich irgendwann in den kommenden Wochen, wenn alles eingebaut ist.

Innenausbau – erstmal skizzieren

Ein schöner Sonntag Nachmittag mit netten Menschen. So fängt’s an. Und hinterher ist man um einen nicht zu knappen Betrag ärmer, aber um jede Menge Tipps uns Erfahrungen reicher.

Ein kleiner Ausflug zu Dietmar und Heidi. Dietmar hat vor kurzem das Dach auf den Defender gebaut. Und er ist so freundlich, mit mir zusammen den weiteren Innenausbau nicht nur zu planen, sondern auch umzusetzen.

Unglaublich hilfreich sind seine (ihre) unzähligen Erfahrungen von eigenen Touren mit dem Defender. Was braucht man, was ist (vermutlich) Unsinn, an was habe ich nicht gedacht.

Zum Beispiel an ein besseres, vernünftigeres Fahrwerk. Rund 2,5 Tonnen Leergewicht wird der Defender nach dem Umbau haben. Und da ist ein anderes Fahrwerk vielleicht gar nicht mal so schlecht. Zumal man das geänderte Fahrverhalten seit dem Hubdach-Ausbau doch schon deutlich spürt. Das wird mit Zusatztank und Schränken nicht anders sein.

Neue Dämpfer hier, eine Lightbar dort. Oft nur Kleckeres-Beträge. Aber in der Summe. Ich mag gar nicht daran denken. Dann schon lieber an die nächste Reise. Vielleicht nach Finnland?

Rausgekommen ist unter anderem eine aktualisierte Einkaufsliste:

  • Standheizung
  • Kühlbox
  • Zusatzbatterie
  • 2 Solarpanel
  • Lightbar vorn
  • Arbeitsscheinwerfer hinten
  • Seilwinde (+ neue Stossstange)
  • Spannungswandler
  • Durchlauftank

Hier meine ersten beiden Skizzen vom geplanten Ausbau.

skizze-innenausbau-defender-1

skizze-innenausbau-defender-2

Ein Hubdach für den Defender

Im Defender zu schlafen ist nicht die schlechteste Idee, wenn man unterwegs ist. ImDefender meint damit nicht neben dem Defender im Zelt oder auf dem Defender im Dachzelt, sondern wirklich drin.

Der Vorteil liegt auf der Hand: Man hat zur Not eine Heizung zur Hand. Sei es die „normale“ oder eine Standheizung. Im Zelt könnte man vielleicht ein kleines Lagerfeuer machen, das ist aber auch nur bedingt empfehlenswert.

Ein weiterer Vorteil: Im Defender ist man vor Grizzlybären, Monsterheuschrecken und G-Klasse-Fahrern einigermaßen sicher.

Der Bettausbau, den ich bisher genutzt habe, ist an sich nicht die schlechteste Idee. Für längere Reisen (mehr als meine 4 Wochen), ist er aber nur bedingt geeignet. Denn er nimmt jede Menge Platz, den man vielleicht in Regenzeiten braucht. Und ein wenig Stauraum nimmt er auch.

Also habe mich mit Dietmar an einen Tisch gesetzt. Dietmar ist Metallbauer und baut halt auch am Defender rum. Zum Beispiel an meinem.

Und deswegen hat der Dicke vor ein paar Wochen ein ausklappbares Dach bekommen. Mit wenigen Handgriffen ist es hoch gehoben und bietet oben richtig viel Platz zum Schlafen. Auf den beiden Längsseiten ist es mit Fliegengittern versehen. Hinten raus kann man entweder das Fliegengitter drin lassen oder das Panoramafenster offen lassen … ich denke da an Sonnenuntergänge in der Wüste von Chile oder Polarlichter in Finnland (auch noch 2016?).

Bei der Auswahl des richtigen Hubdach-Anbieters war mir vor allem wichtig, dass ich den Dachträger drauf lassen konnte. Bei den meisten Varianten geht das nicht, sei es, weil ein neues Defender-Dach drauf kommt oder die Regenrinne modifiziert wird. Die Dietmarsche Variante behält das Original-Dach und die Regenrinne. Das Dach kann sogar beladen hochgeklappt werden, wichtig für die Expeditionsausrüstung und das Solarpanel.

Auf der Quadrofaktum-Tour nach Verdun (der Bericht folgt noch), wurde es von allen Seiten begutachtet. Und erst als ich heute (wieder mal) eine nette Begegnung mit quasi Fremden hatte, die sich das Ausstelldach ausführlich haben zeigen lassen, ist mir aufgefallen, dass das Hubdach doch gar nicht so gewöhnlich ist, wie ich bisher dachte. Sei’s drum.

Es ist noch nicht eingeweiht, weil noch die Mini-Idee und Zeit für eine kleine Tour fehlte. Kommt aber noch. Bis dahin müssen diese zwei Bilder reichen.

Hubdach Defender

Hubdach Defender