Rückblick auf die Vorbereitungen

Als wir im September vergangenen Jahres mit der Buchung des Schiffes die Entscheidung getroffen haben, die Panamericana mit dem eigenen Auto zu fahren, da war uns überhaupt nicht bewusst, was uns bevor steht. Bis heute ist das immer noch so. Wir werden wohl erst hinterher wissen, auf was wir uns da eingelassen haben.

Wir sind anfänglich davon ausgegangen, dass die Reise ein riesengroßes Abenteuer wird. Bis wir uns mit dem Thema mal richtig ernsthaft auseinander gesetzt haben. So aufregend, wie anfangs befürchtet und gewünscht, wird es vielleicht gar nicht. Oder ist das nur der Tatsache geschuldet, dass wir seit fast einem Jahr nichts anderes mehr tun, als an die Reise zu denken und darauf hin zu arbeiten?

Hohes Verkehrsaufkommen auf der Panamericana

Rike schrieb als Kommentar in unserem Blog, dass die Panamericana langsam maintstream wird. Ja, irgendwie schon. Aber nicht nur dort tummeln sich viele Autoreisende. Irgendwo habe ich gelesen, dass 2014 rund 12.000 Overlander auf den Straßen und Pisten der Welt unterwegs sind. Davon natürlich auch jede Menge zwischen Ushuaia und Prudhoe Bay. Und die zu finden, ist gar nicht so schwierig. In einschlägigen Facebook-Gruppen herrscht ein reger Austausch zu allen Möglichen Themen: Sicherheit, Grenzübertritte, Übernachtungsplätze, Sehenswürdigkeiten, Werkstätten. Und wenn mal irgendwas schief gegangen ist, dann wird dort auch unkonventionell geholfen. Wir sind gespannt, wie viele der virtuellen Gesichter wir vor Ort treffen.

Landkarten, Reiseführer, Navigation

Man kann sich ja schon satt lesen.  Anfangs haben wir unzählige Reiseführer gewälzt. Und Landkarten studiert. Und must-see-Listen. Irgendwann wird dieses „das muss man gesehen haben“ zu viel. So viel zu viel, dass mir langsam die Lust auf die ganzen have-to’s vergeht. Deswegen stehen die Reiseführer für Bolivien, Ecuador und Mexiko jetzt erstmal wieder im Schrank. Sie dürfen natürlich mitfahren. Aber wir konzentrieren uns jetzt erstmal auf Uruguay. Und dann auf Argentinien. Vorher zu viel über Länder und Sehenswürdigkeiten lesen, das ist vielleicht gar keine so gute Idee. Das können wir viel besser machen, wenn wir vor Ort sind. Wir haben ja reichlich Zeit. Und hinterher nochmal nachlesen, was man angeschaut hat, ist vielleicht eh die bessere Idee.

Begegnungen

El Gordo at it's best

El Gordo at it’s best

Es ist schon bemerkenswert, wie schnell man mit dem Thema Reisen mit anderen in Kontakt kommt; sei es ganz gezielt oder zufällig. Wenn wir heute mit unserem Landrover und der Panamericana-Beschriftung irgendwo auf einem Campingplatz oder in der freien Wildbahn stehen, vergeht kaum ein Tag, an dem wir nicht spontan in ein spannendes Gespräch verwickelt werden. Blogleser sprechen uns an, weil sie uns aus dem Internet kennen, manchmal winken uns wildfremde in der Stadt einfach so zu. Dass die Menschen in anderen Ländern freundlich und herzlich sind, das erzählt dir jeder Reisende. Wir machen die Erfahrungen auch in Deutschland – schön, sowas!

Die Overlander-Begegnungen sind immer wieder ein Highlight unserer Reisevorbereitung gewesen. Menschen, die die gleiche Strecke vor oder hinter sich haben oder ganz woanders auf dem Erdball unterwegs sind oder sein werden. Es scheint oft der gleiche Typus Mensch zu sein: Offen, neugierig, irgendwie geerdet. Und jeder hat wirklich gute Tipps und hilfreiche Anekdoten zu erzählen. Ganz im Gegensatz zu „diesem Internet“, wo sich auch der ein oder andere tummelt, der zwar einen „guten Tipp“ hat, aber noch nie aus seinem Dorf herausgekommen ist. Die Begegnungen mit den echten Overlandern drehen sich früher oder später immer um organisatorische Dinge wie Versicherungen und Impfungen, um Erfahrungen und Erlebnisse, genauso wie um die Sicherheit in Süd- und Mittelamerika.

Sicherheit

Natürlich haben wir die Sicherheitshinweise und Reisewarnungen des Auswärtigen Amtes gelesen. Natürlich haben Warnungen vor Menschenansammlungen in Paris oder Brüssel (die Warnungen gab es im Herbst 2015 tatsächlich) heute eine bitter-böse eigene Vergangenheit. Aber mal ehrlich: Wir würden auch nicht alleine des Nachts über den Cottbusser Platz in Berlin laufen. Vielleicht noch nicht mal zu zweit am hellichten Tag. Natürlich ist es immer eine Frage des eigenen Auftretens und der Wachsamkeit.

Aber wesentlich für deutlich weniger Sorgen sind und waren die Erzählungen derer, die auf der Panamericana selbst unterwegs sind oder kürzlich waren. Natürlich gibt es hie und da brenzlige Situationen. Durchaus ist die Gewaltbereitschaft in einigen Ländern höher, als in unserem beschaulichen Mitteleuropa. Aber in einem sind sich alle einig: Es ist bei weitem nicht so schlimm, wie es immer wieder zu lesen ist. Und letztlich erfährt man hier ja oft nur die Horrorgeschichten derer, die etwas zu erzählen haben (wollen); manchmal auch ein bisschen aufgehübscht. Wie erzählte mir neulich eine Freundin, die sich mit einem überfallenen Weltreisenden unterhalten hat, sinngemäß: Irgendwie hast Du aber auch das Gefühl, dass er an solchen Situationen nicht ganz unschuldig ist … Das hat sich während der ganzen Vorbereitungszeit nicht geändert: Wir lassen uns nicht verrückt machen!

Organisatorisches

Es gibt echt viel zu tun, wenn man sich so ein Jahr Auszeit im Ausland gönnt. Aber die meisten ToDos sind allein auf das Auto zurückzuführen. Verschiffung, Versicherungen, Autoumbau und –anpassungen, Stilllegung oder nicht in Deutschland. Viele Informationen die man vorab bekommt sind falsch oder veraltet. Da hilft es dann immer, den Kontakt zu Reisenden zu suchen und sich über den aktuellen Stand zu informieren. Beispiel Carnet de Passage: Der ADAC sagt, dass die Einfuhr-/Ausfuhrerklärung-Versicherung-Haumichtot in Südamerika notwendig ist. Vor Ort hat aber noch nie jemand danach gefragt; offizielle Stellen wissen nicht mal, was das ist. Wie so oft: zwei Ratgeber, drei Meinungen. Man muss sich halt selbst so durchwurschteln. Beispiel Versicherung: Vollkasko ist in Süd-/Mittelamerika offensichtlich unbekannt. Zumindest haben wir noch nie jemanden gefunden, der sowas hat oder anbietet. Jeder kennt nur jemanden, der jemanden kennt. Und auch die Haftpflichtversicherung abzuschließen ist nicht ganz so trivial von hier aus. Letztlich laufen alle Fäden immer bei Roby Speiser in Buenos Aires zusammen. Der vermittelt die Haftpflicht für einige Staaten über die Allianz in Argentinien.

Impfen, Behörden in Deutschland, Versicherungen konsolidieren (brauche ich ein deutsche Privathaftpflicht in Nicaragua wirklich?), Wohnung räumen und verlassen, Klamotten und technisches Equipment besorgen, Auto zur Probe packen, umräumen, neues Equipment einbauen, Auto wieder und wieder und wieder ausprobieren. Das letzte Jahr drehte sich neben dem Job fast ausnahmslos um die Reise. Und das mit großer Begeisterung.

Noch soundsoviel Tage

Um den Jahreswechsel 2015/16 haben wir angefangen, die Tage zu zählen. Wie viele Tage noch im Job, im Haus, bis zur Abreise. Anfangs erscheint das noch so sehr in weiter Ferne, da kommt noch nicht mal im Ansatz Reisefieber auf. „Och, das dauert ja noch ewig …“. Und irgendwann dann ist die Anzahl der Tage nur noch zweistellig. Dann kam der Tag, an dem wir in unsere Übergangs-WG gezogen sind, weil wir aus dem Haus raus mussten. Dann kam der letzte Tag im Büro. Dann kam der … ach, irgendwann geht alles so schnell und plötzlich. Jetzt sind es nur noch 29 Tage, bis wir mit dem Auto auf die Grande Angola fahren und 34 Tage über den Atlantik schippern. Übrigens ohne Internet. Das wird eine echte Prüfung.

Jetzt, wo es nur noch wenige Tage sind, da merken wir, wie gut wir seit elf Monaten geplant haben. Eigentlich ist alles erledigt. Es gibt nur noch Kleinigkeiten zu organisieren, überraschen sollte uns jetzt nichts mehr können – außer ein kaputtes Auto vielleicht. Die Vorfreude auf die Reise weicht allmählich der Erkenntnis, dass wir das wirklich machen: Ein Jahr unterwegs im Landrover, Freunde und Familie daheim lassen, mehr oder minder auf der Straße leben. Und dann wird es doch wieder zu dem kleinen Abenteuer, das eigentlich keines sein wollte.

 

Noch 40 Tage …

Nur noch 40 Tage, bis unser Schiff ablegt.
Und ja, zugegeben, die Spannung steigt bei uns so langsam. Die vergangenen Monate waren vergleichsweise entspannt, jetzt jagt auf einmal ein Termin den anderen. In dieser Woche geht es zum Arzt, in die Werkstatt und auf Shoppingtour zu Decathlon nach Heerlen. Einmal noch in die alten Firma und bei jeder Gelegenheit mit Freunden treffen. Passiert ja so schnell nicht wieder.
Counting days, ja, wir sind ein bisschen aufgeregt und können es kaum erwarten, bis es endlich losgeht.

Countdown. Noch 40 Tage

Countdown. Noch 40 Tage.

Visum und Reisebestimmungen USA und Kanada

Hier kommt der dritte und letzte Teil unserer Reihe über Visum/Visa und Einreisebestimmungen auf der Panamericana. Heute geht es um Kanada und die USA. Weitere Informationen haben wir für Mittelamerika und Südamerika zusammengefasst.

Was es zu beachten gibt, haben wir (mit Stand Juni 2016) auf Basis der Informationen vom Auswärtigen Amt, ADAC und den Konsulaten hier zusammen gefasst. Da sich gerade die Einreisebestimmungen immer wieder schnell ändern können, empfiehlt sich der vorherige Blick auf die Webseiten des Auswärtigen Amtes.

Visum und Reisepass: Was es in Nordamerika generell zu beachten gibt

Generell sollte der Reisepass beim Roadtrip über die Panamericana noch genügend leere Seiten haben. Dumm, wenn gegen Ende der Reise keine Seiten mehr frei sind. Der Ausweis muss häufig noch mindestens bis zum Ende der Reisezeit gültig sein, in manchen Ländern auch sechs Monate darüber hinaus. Es empfiehlt sich ein Reisepass, der noch mindestens ein Jahr gültig ist. In einigen Ländern benötigen Kinder inzwischen ebenfalls einen eigenen Reisepass. Der Eintrag im Pass der Eltern oder ein Kinderausweis reichen manchmal nicht aus. Deswegen empfiehlt sich auch hier ein eigener Reisepass pro Mensch.

Ein deutscher Reisepass, der bei einer Passbehörde gestohlen gemeldet, aber später wiedergefunden wurde, sollte nicht mehr benutzt werden, da die Ausschreibung in der internationalen Sachfahndung nicht rückgängig gemacht werden kann. Dies kann bei der Weiterreise zu Schwierigkeiten führen.

USA

Deutsche Staatsangehörige nehmen am Visa WaiverProgramm der USA teil und können als Touristen oder zum Transit im Regelfall bis zu einer Dauer von neunzig Tagen ohne Visum in die USA einreisen. Das gilt auch für die Einreise auf dem Landweg von Kanada oder Mexiko. Bei Einreise auf dem Landweg entfällt die Pflicht der Vorlage eines Rück- oder Weiterflugtickets sowie der elektronischen Einreiseerlaubnis (ESTA).

Auch die Erfüllung aller Kriterien zur Teilnahme am „Visa Waiver“ Programm begründet keinen Anspruch auf Einreise in die USA. Die endgültige Entscheidung über die Einreise trifft der zuständige US-Grenzbeamte.

Wer länger als 90 Tage innerhalb eines Kalenderjahres in den USA bleiben möchte, benötigt in jedem Fall ein Visum. Eine kurzzeitige Ausreise, zum Beispiel nach Kanada, unterbricht die 90-Tages-Frist; sie beginnt bei Wiedereinreise jedoch nicht neu! Das benötigte B1/B2-Visum kann im US-Konsulat in Berlin, Frankfurt oder München beantragt werden. Die Kosten belaufen sich momentan auf 144 Euro (160US-$), die bei Nichtgewährung des Visums nicht erstattet werden.

Nach der Online-Beantragung und der Gebührenzahlung kann wiederum via Internet ein Termin im jeweiligen Konsulat vereinbart werden. Vor Ort, wir waren in Frankfurt, müssen nach dem üblichen Security-Check (wie am Flughafen), mehrfach die Fingerabdrücke abgeben werden, der Reisende muss sich identifizieren und ein weniger als sechs Monate altes Passbild bereithalten. Zur Not kann man Fotos auch im Konsulat am Automaten machen. Im Nachfolgenden Interview wird Grund und Länge der Reise abgefragt, ggfs. wird man auch ein bisschen gründlicher durchleuchtet. Letztlich geht es um den Willen, die USA wieder zu verlassen. Da kann es hilfreich sein, auf die Familie, den Job nach der Rückkehr oder anderes zu verweisen, was Dich in Deutschland hält.

Tipp: In Konsulat darf man keine elektronischen Geräte mitnehmen. Smartphone, Fitnessarmband oder Apple-Watch sind nicht erlaubt und müssen im Auto bleiben. Wer am Kiosk im Konsulat einen Kaffee kaufen möchte oder noch Passbilder machen muss (6,- €) sollte Bargeld in der Hosentasche mitnehmen!

Unser Interview hat letztlich keine fünf Minuten gedauert. Die Zusage zum Visum haben wir direkt mündlich bekommen. Die Reisepässe mussten wir dort lassen. Nach wenigen Tagen kommen sie samt eingeklebtem Visum – das dann auch satte 10 Jahre gültig ist – per Post (Einschreiben!) an die im Onlineantrag angegebene Adresse.

Ausführliche Informationen zum B2-Visum für die USA gibt es beim Auswärtigen Amt.

Tipp: Zwischen dem Stellen des Onlineantrags und dem Interview-Termin im US-Konsulat können gut und gerne vier Wochen vergehen. Dazu kommt dann noch die Zeit für den Rückversand der Reisepässe. Reisende sollten sich frühzeitig um ein Visum bemühen.

Kanada

Touristische Aufenthalte bis zu sechs Monaten sind für deutsche Staatsangehörige visumsfrei. Mit Wirkung vom 01.08.2015 wurde in Kanada das eTA-Verfahren (Electronic Travel Authorization) eingeführt. Deutsche Staatsangehörige, die von der Visapflicht für Kanada befreit sind, müssen spätestens ab dem 15.03.2016 im Vorfeld zwingend eine elektronische Einreisegenehmigung einholen, um auf dem Luftweg nach Kanada einreisen zu können. Für Einreisen auf dem Landweg ist dies nicht erforderlich.

Bei Ankunft in  Kanada erfolgt eine Einreisebefragung durch Beamte der Einwanderungsbehörde. Unabhängig von der Visumsfreiheit trifft auch in Kanada der Grenzbeamte die endgültige Entscheidung für die Einreiseerlaubnis oder -verweigerung.

Visum und Reisebestimmungen in Mittelamerika

Teil 2 unserer Inforeihe über Visum/Visa und Einreisebestimmungen auf der Panamericana. Diesmal geht es um alle Länder in Mittelamerika. Die südamerikanischen Länder unseres Roadtrips haben wir in einem Beitrag gestern schon zusammengefasst.

Was es zu beachten gibt, haben wir (mit Stand Juni 2016) auf Basis der Informationen vom Auswärtigen Amt, ADAC und den Konsulaten hier zusammen gefasst. Da sich gerade die Einreisebestimmungen immer wieder schnell ändern können, empfiehlt sich der vorherige Blick auf die Webseiten des Auswärtigen Amtes.

Visum und Reisepass: Was es in Mittelamerika generell zu beachten gibt

Generell sollte der Reisepass beim Roadtrip über die Panamericana noch genügend leere Seiten haben. Beim mehrfachen Grenzwechsel in Mittelamerika kommen im besten Fall eine ganze Reihe von Stempeln dazu – zu denen, die sich seit Südamerika schon im Pass befinden. Dumm, wenn gegen Ende der Reise keine Seiten mehr frei sind. Der Ausweis muss häufig noch mindestens bis zum Ende der Reisezeit gültig sein, in manchen Ländern auch sechs Monate darüber hinaus. Es empfiehlt sich ein Reisepass, der noch mindestens ein Jahr gültig ist. In einigen Ländern benötigen Kinder inzwischen ebenfalls einen eigenen Reisepass. Der Eintrag im Pass der Eltern oder ein Kinderausweis reichen manchmal nicht aus. Deswegen empfiehlt sich auch hier ein eigener Reisepass pro Mensch.

Ein deutscher Reisepass, der bei einer Passbehörde gestohlen gemeldet, aber später wiedergefunden wurde, sollte nicht mehr benutzt werden, da die Ausschreibung in der internationalen Sachfahndung nicht rückgängig gemacht werden kann. Dies kann bei der Weiterreise zu Schwierigkeiten führen.

Reisen im CA-4 Gebiet

Eine Besonderheit gibt es für Reisen im sogenannten CA-4-Gebiet (El Salvador, Guatemala, Honduras, Nicaragua). Die maximale Reisedauer von 90 Tagen gilt für diese vier Länder zusammen!

Panama

Bei einer Aufenthaltsdauer bis zu 180 Tagen wird kein Visum benötigt. Es muss entweder ein Rückflugticket nach Deutschland oder ein gültiges Weiterreiseticket (Land-/Luftweg) und eine gültige Aufenthaltserlaubnis für das Land der Weiterreise (ein Touristenvisum allein ist nicht ausreichend) vorgelegt werden. Des Weiteren sollte man bei der Einreise nach Panama nachweisen können, ausreichend finanzielle Mittel für den Aufenthalt mit sich zu führen. Dies bedeutet entweder 500,- US-$ in bar oder die Verfügbarkeit der entsprechenden Summe auf dem Kreditkartenkonto (per Kreditkartenkontoauszug nachweisbar).
Für die Ein- und Ausreise aus Panama auf Schiffen jeglicher Art (Frachtschiffe, Segelschiffe, Jachten, Katamarane etc.) gelten Sonderbestimmungen: Bei Einreise wird eine Einreisegebühr in Höhe von 100,- bis 200,- US-$ erhoben.
Achtung: Touristisch Reisende erhalten bei Einreise per Schiff lediglich ein Visum für 72 Stunden. Wer länger als 72 Stunden in Panama bleiben möchten, sollte sich unmittelbar bei der zuständigen Migrationsbehörde im jeweiligen Hafen informieren.

Costa Rica

Deutsche können nach Costa Rica zu touristischen Zwecken für bis zu 90 Tage mit einem Reisepass visafrei einreisen. Ein Anspruch auf die maximale Aufenthaltsdauer besteht nicht, häufig wird eine kürzere Aufenthaltsgenehmigung erteilt. Die Entscheidung hierüber wird vom Beamten bei der Einreise auf der Grundlage des Rückflugtickets, Aufenthaltszwecks, finanzieller Leistungsfähigkeit etc. erteilt. Reisende müssen ein Rückflugticket/Anschlussticket und einen Finanzierungsnachweis für den Aufenthalt im Land vorlegen. Anträge auf Verlängerung der Aufenthaltsdauer können bei der Ausländerpolizei (Migración) gebührenpflichtig gestellt werden.
Reisedokumente müssen sich in gutem Zustand befinden. Nach costa-ricanischem Recht müssen die Dokumente nur für den Tag der Einreise selbst und den Folgetag gültig sein.
Bei der Einreise auf dem Landweg von Panama und Nicaragua sollte unbedingt darauf geachtet werden, dass sowohl der costa-ricanische Einreisestempel als auch der panamaische bzw. nicaraguanische Ausreisestempel im Reisepass angebracht werden. Gleiches gilt für die Rückreise. Ohne diese Stempel im Pass kann es zu erheblichen Schwierigkeiten bei der Aus- und Weiterreise kommen, da die Ausländerpolizei in diesen Fällen die Möglichkeit eines illegalen Aufenthalts in Costa Rica prüft und zu diesem Zweck die Pässe bis zu einem Monat einbehält. Es können aus diesem Grund vorübergehende Inhaftierungen erfolgen.

Nicaragua

Für touristische Reisen von bis zu 90 Tagen ist kein Einreisevisum erforderlich. Bei der Einreise wird jedoch der Erwerb einer Touristenkarte verlangt. Diese kostet derzeit 10,- US-$, zuzüglich einer Einreisegebühr von 2,- US-$. Bei der Ausreise wird die Gebühr von 2,-US-$ ebenfalls verlangt.
Die maximale visafreie Aufenthaltsdauer beträgt drei Monate. Eine Verlängerung kann bei der nicaraguanischen Einwanderungsbehörde (Migración) beantragt werden. Die bei Antragstellung vorzulegenden Unterlagen hängen vom Einzelfall ab.

Belize

Ein Visum zur Einreise nach Belize für einen Besuch bis zu 30 Tagen ist nicht erforderlich; bei einem darüber hinausgehenden Aufenthalt bis zu sieben Monaten wird jedoch eine Genehmigung benötigt, die vor Ort beim Immigration Office des betreffenden Distrikts für derzeit etwa 50,- US$ pro Monat beantragt werden kann. Der Nachweis über ausreichende finanzielle Mittel (75,- USD/Tag) müssen bei der Einreise vorgelegt werden. Die Ausreisegebühr beträgt derzeit 19,- USD für die Ausreise über Land. Eine Einreisegebühr wird aktuell nicht verlangt.

El Salvador

Bei Einreise auf dem Landweg reicht es aus, wenn das Reisedokument am Tag der Einreise noch gültig ist. Für die Einreise nach El Salvador benötigen deutsche Staatsangehörige kein Visum für einen Aufenthalt von bis zu 90 Tagen. Bei der Einreise sollte darauf geachtet werden, dass die Dauer, die im Pass eingetragen wird, für den gesamten Aufenthalt eingetragen wird, um eine spätere Verlängerung der Einreisebewilligung zu vermeiden. Für Reisende im sogenannten CA-4-Gebiet (El Salvador, Guatemala, Honduras, Nicaragua) gilt die Sonderreglung, dass ein touristischer Aufenthalt von maximal 90 Tagen in diesem Raum zulässig ist. Bei Einreise von einem anderen CA-4-Staat erhalten Reisende oftmals keinen Aus- und Einreisestempel (Ausnahme derzeit Guatemala).

Honduras

Deutsche Overland-Reisende erhalten in der Regel bei Einreise an den Grenzen gebührenfrei eine Aufenthaltserlaubnis von 90 Tagen. Für Reisende im sogenannten CA-4-Gebiet (El Salvador, Guatemala, Honduras, Nicaragua) gilt die Sonderreglung, dass ein touristischer Aufenthalt von maximal 90 Tagen (im Gesamtraum!) zulässig ist. Bei Einreise aus einem anderen CA-4-Staat nach Honduras erhalten Reisende keine Aus- und Einreisestempel. Vorgschrieben bei Einreise nicht-zentralamerikanischer Ausländer auf dem Landweg ist die Zahlung einer Tourismussteuer in Höhe von 3,- US-$ bzw. des Gegenwerts in der honduranischen Währung „Lempiras“.

Guatemala

Für deutsche Staatsangehörige ist mit Reisepass ein visafreier Aufenthalt in der sog. „CA-4“- Region Guatemala, El Salvador, Honduras und Nicaragua bis zu insgesamt 90 Tagen möglich. Die Aufenthaltserlaubnis wird kostenfrei bei der Einreise erteilt. Es ist unbedingt darauf zu achten, dass der Reisepass mit einem Einreisestempel versehen wird. Eine Verlängerung von 90 Tagen kann bei der Einwanderungsbehörde beantragt werden.

Mexiko

Deutsche Staatsangehörige können ohne vorherige Einholung eines Visums einreisen. Sie erhalten bei der Einreise nach Mexiko an Grenzstellen eine Touristenkarte (genannt „FMT“). Bei Grenzübertritt wird die Karte gestempelt und der Gültigkeitszeitraum eingetragen. Dabei sollte auf die Gültigkeitsdauer geachtet werden, um späteren Aufwand zur Verlängerung zu vermeiden. Eine spätere Verlängerung auf bis zu sechs Monate kann bei der zuständigen Behörde in Mexiko (Instituto Nacional de Migración) beantragt werden. Jedoch besteht darauf kein Anspruch.
Die beim Reisenden verbleibende Ausfertigung der Touristenkarte sollte sicher verwahrt werden, sie muss bei der Ausreise aus Mexiko vorgelegt werden. Bei Verlust muss spätestens bei Ausreise gegen Gebühr eine neue Karte erworben werden (umgerechnet ca. 20 Euro).

Visum und Reisebestimmungen in Südamerika

Neulich habe ich irgendwo gelesen, dass man mit dem Pass der Bundesrepublik Deutschland die meisten Staaten ohne Visum bereisen darf. „Deutsche besitzen die mächtigsten Reisepässe der Welt“ stand in dem Artikel. Das ist – zumindest aus meiner Sicht – nicht ganz korrekt. Denn man muss zwar kein Visum in der jeweiligen Landesvertretung in Deutschland beantragen, sondern bekommt die Einreisegenehmigung in der Regel direkt vor Ort an der Grenze. Aber achtgeben sollte man trotzdem. Egal wo man es beantragt. Denn die Einreise kann mit entsprechenden Auflagen versehen sein. Und das jeweilige Visum oder die Aufenthaltsgenehmigung ist an unterschiedliche Bedingungen geknüpft.

Was es zu beachten gibt, haben wir (mit Stand Juni 2016) auf Basis der Informationen vom Auswärtigen Amt, ADAC und den Konsulaten hier zusammen gefasst.

Visum und Reisepass: Was es in Südamerika generell zu beachten gibt

Generell sollte der Reisepass beim Roadtrip über die Panamericana noch genügend leere Seiten haben. Beim Grenzwechsel zwischen Argentinien und Chile kommen im besten Fall eine ganze Reihe von Stempeln dazu. Dumm, wenn gegen Ende der Reise keine Seiten mehr frei sind. Der Ausweis muss häufig noch mindestens bis zum Ende der Reisezeit gültig sein, in manchen Ländern auch sechs Monate darüber hinaus. Es empfiehlt sich ein Reisepass, der noch mindestens ein Jahr gültig ist. In einigen Ländern benötigen Kinder inzwischen ebenfalls einen eigenen Reisepass. Der Eintrag im Pass der Eltern oder ein Kinderausweis reichen manchmal nicht aus. Deswegen empfiehlt sich auch hier ein eigener Reisepass pro Mensch.

Uruguay

Deutsche Touristen benötigen bei Einreise mit gültigem Reisepass für einen Aufenthalt bis zu 90 Tagen kein Einreisevisum. Grundsätzlich kann kurz vor Ablauf der 90 Tage eine einmalige Verlängerung des Aufenthalts bei der Einwanderungsbehörde in Uruguay beantragt werden.
Für eine weitere Verlängerung muss – je nach Aufenthaltszweck – eine vorübergehende Aufenthaltserlaubnis beantragt werden.

Argentinien

Deutsche Staatsbürger können bis zu 90 Tage als Touristen visafrei nach Argentinien einreisen. Eine Verlängerung der Aufenthaltsgenehmigung bis zu insgesamt sechs Monaten ist vor Ort möglich. Es besteht jedoch kein Anspruch darauf.

Chile

Für einen kurzfristigen Aufenthalt zu Tourismus- oder Besuchszwecken ist kein Visum erforderlich. Bei der Einreise wird an der Grenze kostenlos eine „Tarjeta de Turismo“ (Touristenkarte) ausgestellt, die zu einem Aufenthalt von maximal 90 Tagen berechtigt.

Wichtig: Die „Tarjeta de Turismo“ muss beim Verlassen des Landes zurückgegeben werden!
Bei Verlust oder Diebstahl muss daher vor Ausreise von der „Policía Internacional“ in Santiago bzw. in anderen Regionen von der „Policía de Investigaciones“ eine Ersatzkarte ausgestellt werden.

Der Aufenthalt kann gegen eine Gebühr von 100,- US$ einmalig um 90 Tage verlängert werden. Zuständig sind hierfür das „Departamento de Extranjería“ in Santiago bzw. in anderen Regionen die jeweilige „Gobernación Provincial“.

Bolivien

Deutsche Staatsangehörige benötigen für einen touristischen Aufenthalt kein Visum. Sie können sich insgesamt 90 Tage pro Kalenderjahr visumsfrei in Bolivien aufhalten, wobei mehrfache Ein- und Ausreisen gestattet sind.

Bei Einreise wird in der Regel ein Einreisestempel mit dem Einreisedatum im Pass eingetragen, jedoch oft kein Gültigkeitsdatum. Die Grenzkontrollen sollten auf dem Landweg nicht einfach durchfahren werden. Bei der Ausreise fehlt dann der Einreisestempel und die Registrierung; im schlimmsten Fall risikiert man Strafzahlungen wegen illegalem Aufenthalt.

Die gesetzliche Regelung sieht vor, dass deutsche Touristen zunächst eine Aufenthaltserlaubnis für 30 Tage erhalten, die dann noch zweimal – für jeweils 30 Tage – bei der Migrationsbehörde kostenlos verlängert werden kann. Panamericana-Reisende, die sich länger als 30 Tage in Bolivien aufhalten und kein Gültigkeitsdatum bei Einreise in den Pass gestempelt bekommen haben, sollten sich daher zwecks Festschreibung der Gültigkeit, bzw. Verlängerung des Aufenthalts bei der Migrationsbehörde (migración) melden, um Schwierigkeiten bei der Ausreise zu vermeiden.

Peru

Touristen mit deutscher Staatsangheörigkeit können sich bis zu 183 Tage in Peru aufhalten. Die vorherige Beantragung eines Visums ist für einen touristischen Aufenthalt nicht erforderlich, dieses wird bei Einreise in Form einer Einreisekarte („Tarjeta Andina de Migración“) erteilt.

Bbei Einreise auf dem Landweg sollte unbedingt das Einreisedatum durch einen Stempel der Grenzbehörde im Pass und auf der Einreisekarte dokumentiert und sichergestellt werden, dass die Einreise auch in elektronischer Form im System erfasst wird. Andernfalls wird von einem illegalen Aufenthalt ausgegangen, der zu erheblichen Problemen bei der Ausreise und im ungünstigsten Fall zu einer kostenpflichtigen Abschiebung führen kann.

Da einige Grenzübergänge wie etwa in Puno (bei Einreise aus Bolivien) nachts nicht besetzt sind und folglich die o. g. Einreiseformalitäten nicht erfüllt werden können, sollte bei der Reiseplanung unbedingt darauf geachtet werden, dass die Einreise tagsüber erfolgt.

Ecuador

Für touristische Aufenthalte in Ecuador (bis zu 90 Tage pro Jahr) müssen deutsche Staatsangehörige vor Reiseantritt kein Visum einholen. Vom 1. Tag der ersten Einreise an wird das Jahr für den Aufenthaltszeitraum von 90 Tagen gerechnet. Es gilt also nicht das Kalenderjahr.

Die Einreise mit beschädigten Reisepässen kann zur Zurückweisung durch die Grenzpolizei führen. Der Einreisestempel ist obligatorisch, auch bei Einreise über die Landgrenze von Peru oder Kolumbien. Bei Verstoß gegen ecuadorianisches Aufenthaltsrecht muss mit empfindlichen Strafen gerechnet werden, bei fortgesetztem illegalen Aufenthalt auch mit Abschiebehaft. Der Pass oder eine Passkopie muss stets mitgeführt werden. Außerdem wird empfohlen, auch eine Kopie des Einreisestempels mit sich zu führen.

Kolumbien

Deutsche Staatsangehörige benötigen für einen rein touristischen Aufenthalt in Kolumbien kein Visum. An den Grenzübergangsstellen wird von der Immigrationsbehörde „Migración Colombia“  per Stempel im Reisepass die Aufenthaltsdauer festgelegt. Reisende sollten daher bei der Einreisekontrolle die Grenzbeamten bitten, eine Aufenthaltsdauer zu genehmigen, die den angestrebten Aufenthaltszeitraum (+Puffer für ungeplante Aufenthaltsverlängerungen wie Pannen oder Krankheut) abdeckt, was in der Regel auch erfolgt. Die zunächst maximale Aufenthaltsdauer beträgt 90 Tage, verlängerbar um weitere 90 Tage.

Reisende, die über die genehmigte Aufenthaltsdauer hinaus im Land bleiben wollen, müssen rechtzeitig vor Ablauf des bereits genehmigten Zeitraums bei der Migración Colombia eine (gebührenpflichtige) Verlängerung beantragen. Migración Colombia ist in allen größeren Städten des Landes vertreten.

Und für andere Staatsangehörige?

Und wir sieht es für andere Staatangehörigkeiten aus? Für Schweizer, Österreicher oder Niederländer? Erzählt uns von Euren Erfahrungen und Tipps für die Reise in Südamerika hier in den Kommentaren!

Sitzecke und Notbett

Mit großem Staunen haben wir letzte Woche in Peißenberg den Offroad VW Crafter von Lisa aus München („Hallo, wenn Du hier mitliest!„) von innen besichtigt. Der Crafter, wie auch so man anderes großes Reisemobil bietet doch viel, viel, viel mehr Platz, als unser kleiner Defender. Hochdach, Sitzecke, Kochstelle, bequeme Liegesitze, Dachterrasse – was es nicht alles gibt. Aber manchmal, wenn man genau hinschaut, dann entpuppt sich der „kleine“ Defender zum wahren Raumwunder. Das sagen zumindest manche, die einen Blick in unser Reisemobil werfen.

Sitzecke – perfekt gepolstert

Auf unsere zwei Staufächer auf der Beifahrerseite haben wir uns vom Aachener Schaumstoffcenter zwei Sitzkissen passgenau anfertigen lassen. Wobei, es sind ja nicht wirklich zwei, sondern eher ein klappbares. Wie unsere Matratze im Hubdach besteht das Sitzkissen aus zwei einzelnen Kissen, die in der Mitte zusammengenäht sind. So lässt sich das Sitzkissen praktisch auf die Hälfte reduzieren und wir kommen an die Staufächer darunter, ohne immer das ganze Kissen herausnehmen zu müssen. An der rechten vorderen Ecke hat das Kissen zudem noch eine kleine Ecke, damit die Luft aus der Standheizung auch ordnungsgemäß ihren Weg in den Innenraum findet.

Im Bezug steckt ein Kaltschaum-Kern mit 6 cm Dicke. Das ist die Hälfte unserer sehr komfortablen Matratze im Hubdach; zum Sitzen sollte das locker reichen. Und für eine paar Nächte in unserem 1-Mann-Notbett ebenso.

Sitz- und Liegepolster für den Defender

Sitz- und Liegepolster für den Defender

Notbett für ein paar Nächte

Obwohl das Bett im Defender-Dach schon ziemlich großzügig bemessen ist, kann es ja durchaus mal sein, dass wir das Bett nicht gemeinsam teilen wollen. Sei es, weil einer krank ist oder weil man auf die Couch im Wohnzimmer verbannt wird. Soll ja alles schon vorgekommen sein. Zumindest für den ersten Fall, haben wir noch ein Notbett. Im Fußboden des Defenders ist eine Platte verlegt, die sich an einer Schlaufe ganz einfach herausgeben lässt. Auf zwei Schienen an den Staufächern rechts und am Schrank links kann die Platte genau auf Höhe der Boxen auf der Beifahrerseite wieder eingelegt werden.

Zusammen mit zwei weiteren Sitzpolstern, die in etwa die gleiche Breite und Länge wie die Sitzpolster auf den Stauboxen auf der Beifahrerseite haben, ergibt sich eine zusätzliche Liegefläche. Zumindest in der Breite. Nach hinten raus ist der Platz wegen der Kühlbox schon ein wenig eingeschränkt. Aber wer braucht schon so viel Platz für die Füße?

Das Notbett, wenn es oben mal zu eng wird

Variable Sitzkissen

Das Schöne an den klappbaren Sitzkissen ist die Variabilität. Sie können nahezu beliebig geklappt, gedreht und gestapelt werden. So sind sie (hoffentlich) nicht permanent im Weg. Und sie können zum Beispiel auch als Rückenlehne für die Sitzbank dienen. Oder als Outdoor-Matratze, wenn wir mal schnell irgendwo ein Sitzpolster brauchen und nicht gleich die Oztent-Stühle vom Dach holen wollen.

Erstaunt hat und schon, was man bei einem Schaumstoffspezialisten so alles machen lassen kann. Wir haben uns gemeinsam das Auto innen angeschaut, erzählt, was wir vorhaben und  Jacques vom Schaumstoffcenter hat alles absolut passgenau angefertigt, genäht und eingepasst. Das hat zwar seinen Preis, der nicht vergleichbar ist mit irgendeinem Sitzkissen aus dem Baumarkt, aber genau diesen Preis war es uns auch wert. Dafür haben wir jetzt auch genau das, was wir wollten. So kommen wir dann hoffentlich auch ganz gut mit unserem arg begrenzten Platz hin – gemütlich ist es jedenfalls schon mal!

Zwischenbericht Reisevorbereitungen

Auf einmal geht alles dann doch ganz schnell. Nachdem die Reederei unser Schiff immer weiter nach hinten verschoben hat und wir statt wie geplant Mitte September nun Ende Oktober hätten abfahren sollen, haben wir mit ein bisschen Geschick und Muße umgebucht und fahren jetzt doch Anfang September. Aktuell zeigt der Timetable unseres Frachtschiffes Grande Angola den 6.9.2016 als Estimated Time of Departure an. Mal schauen, ob es dabei bleibt….

Mit einem Schlag ist uns dann klar geworden, dass doch nicht mehr so viel Zeit bleibt, um alles zu erledigen und alle Reisevorbereitungen zu treffen. Auf einmal sind es nicht mehr 130 Tage, sondern nur noch 80. Stand heute sogar nur noch 75. Irgendwie kommt es uns so vor, als hätten wir uns selbst überrumpelt. Kein Countdown in den zweistelligen Bereich. Zack, einfach 50 Tage weniger! Klar, wir freuen uns absurd kindisch – inklusive kleinem Tänzchen in der WG-Küche – darüber, dass es bald los geht. Aber es ist auf einmal so real geworden. Wenn Du Dich einmal auf einen Zeitplan eingestellt hat und ihn Dir selbst zunichte machst, dann hat das halt Folgen.

Wir haben also direkt angefangen, einzelne Sachen und Termine oder Verabredungen umzuplanen. Gerd und Vera nochmal in Berlin besuchen: (voraussichtlich) gestrichen. Willys Fernreisetreffen Anfang September: gestrichen. Besuch hier, Treffen dort: alles, was wir für September und Oktober geplant hatten: gestrichen. Total schade, weil wir uns ja doch gefreut hätten, den ein oder anderen nochmal zu sehen und wir wissen jetzt, dass das vielleicht nicht mehr klappen wird …

Und viele Dinge, die wir ganz gemütlich angehen wollten, lassen uns zwischenzeitlich in puren Aktionismus verfallen. Vieles lässt sich zwar regeln, nichtsdestotrotz will auch das gut geplant sein, weil wir in den kommenden Wochen immer zwischen Augsburg und Aachen hin- und herpendeln wollen oder müssen. Einige Sachen lassen sich halt hier oder dort nur vor Ort erledigen. Und wirklich doof wird es bei den Reisevorbereitungen immer dann, wenn wir die Sachen nicht selbst im Griff haben oder überrascht werden. Zum Beispiel mit der Drohne.

Drohne

Mit auf die Reise soll(te) unsere Kamera-Drohne (Phantom3) gehen, damit wir ein paar schöne Fotos von oben machen können. Klar, man darf nicht überall damit rumfliegen und wir wären nie auf die Idee gekommen, mit der Drohne über dem Machu Picchu oder mitten in der Stadt zu kreisen. Dass Drohnen aber gänzlich verboten sein könnten, damit hatte ich nicht gerechnet. Dank Francis‘ Übersicht „Drohnen-Gesetze in 78 Ländern“ versuchen wir uns jetzt mit dem Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle und der IHK abzustimmen, was wir in welchen Ländern dürfen oder zu erwarten hätten. Und die IHK verweist just heute auf die Aussenhandelskammern (Mehrzahl) aller Länder, die wir bereisen. Man kann sich vorstellen, was ich gerade denke …
Schade, wenn wir die Drohne nicht mitnehmen könnten. Momentan schätze ich die Chancen auf 30:70.

Versicherung Auto

Was für ein leidiges Thema. Eine Kasko-Versicherung für Süd- oder Mittelamerika zu bekommen, ist nahezu aussichtslos. Daran werkeln wir jetzt schon seit Monaten herum. Unzählige Ansprechpartner, kein Ergebnis. Heißt: Ist das Auto weg, dann ist es weg. Kein Ersatz.
Dazu kommt jetzt auch noch das Problem mit der heimischen Versicherung. Wir sind bisher davon ausgegangen, dass wir die deutsche Versicherung ruhend stellen können, sobald das Auto den Kontinent verlassen hat. Denn die Versicherung zahlt es nichts mehr, wenn wir uns in anderen Ländern befinden. Was vor kurzem noch einfach war, ist heute nicht mehr möglich. Und obwohl der Fall fast bis zum Vorstand des Versicherungskonzerns hocheskaliert wurde, lässt sich da niemand erweichen. Eigentlich müssten wir jetzt die Versicherung wechseln. Dafür bleibt aber keine Zeit. Wir suchen also noch nach einer vernünftigen Lösung.

Praktikum in der Landrover-Werkstatt

Darauf hatte ich mich bei der ganzen Reisevorbereitung mit am meisten gefreut. Ich wollte noch unbedingt ein einwöchiges Praktikum beim freundlichen Landrover-Schrauber machen. Der Schrauber meines Vertrauens ist Ingo und sein Team von der Landygarage Lubert in Düren. In wo? Düren! Mittig zwischen Aachen und Köln gelegen. Gut, das hört sich nicht gerade nach einem Mekka für Defender-Fahrer an. Aber der Weg zu Ingo hat sich für mich immer gelohnt. Zuerst wegen entsprechender Empfehlungen, heute fahre ich aus tiefster Überzeugung dahin!
Es spricht ja auch für sich, dass Ingo mir angeboten hat, ein kleines Praktikum bei ihm in der Werkstatt zu machen, damit ich unterwegs mehr am Auto tun kann, als Reifen wechseln und Wischwasser nachfüllen. Das muss ich jetzt auch noch irgendwie im Zeitplan unterbringen (siehe oben: pendeln).

Unsere Reisevorbereitungen: Getting things done

Das sind nur drei Dinge, die uns momentan bewegen. Natürlich gibt es auch noch so profane Aufgaben wie Klamotten kaufen, Auto testen (aus dem Nordkap sind die Alpen geworden), Technik im Auto verbauen (WLAN-Extender, 3G-Hotspot, etc.), packen, packen, packen. Und Freunde treffen. Es muss halt alles erledigt werden. Genauso wie vorher auch, nur in doppelter Geschwindigkeit. Denn was nicht erledigt ist, bleibt liegen. Sind wir erstmal auf dem Schiff, dann ist es zu spät.

Die Zeit läuft – noch 81 oder 135 Tage?

Der letzte Arbeitstag liegt hinter mir. Hinter Michaela schon lange. Hase1 kümmert sich schon seit geraumer Zeit vermehrt um die Reiseplanung. Für mich hat nun auch eine neue Zeitrechnung angefangen. Morgen habe ich nichts mehr zu tun. Zumindest nicht das, womit ich die letzten 18 Jahre meines Lebens verbracht habe: in und für meine Mitarbeiter, meine Kunden und meine Firma zu leben. Morgen früh kann ich aufstehen und nicht mehr ins Büro fahren. Vielleicht radle ich zum Bäcker. Vielleicht auch nicht. Vielleicht schaue ich Barbara Salesch im Wohnzimmer unserer Zwischen-WG. Vielleicht auch nicht. Vielleicht tue ich einfach mal nichts. Kaum vorstellbar.

Das ist tatsächlich kaum vorstellbar. Denn die Umgebungsvariablen unserer Reise ändern sich diese Woche vielleicht; und damit unsere gesamte Zeitplanung. Aber von vorn.

Die Grimaldi-Reederei und ihr Fahrplan

Anfang vergangener Woche hat uns Grimaldi mitgeteilt, dass unser Schiff (voraussichtlich!) erst am 31.10.2016 ab Hamburg abfahren wird. Das war ein echter Schock! Denn das ursprünglich angepeilte Abreisedatum lag Mitte September, also sieben bis acht Wochen früher. Ihr könnt Euch vorstellen, dass da auf einmal ganz viel Frust in der Luft lag!

Grimaldi Schedule

Grimaldi Schedule

Zum einen passt das überhaupt nicht in unsere Reisepläne. Eigentlich ist es ja egal, wann wir in Südamerika ankommen. Wir haben ja erstmal nichts vor. Aber wir können nicht „irgendwann“ nach Alaska fahren. Schon im September liegt die mittlere Temperatur in Prudhoe Bay (Alaska), dem Endpunkt unserer Reise  nur noch knapp über dem Gefrierpunkt (tagsüber!). Im Oktober kann es schon deutlich unter die -10°-Grenze gehen. Prudhoe Bay liegt auf dem 70. Breitengrad und damit ziemlich genauso nördlich wie das Nordkap; unter anderem bedingt durch die Nähe zur Eisgrenze des Nordpolarmeeres, ist es im Schnitt aber um einige Grade kälter. Die optimale Reisezeit für ganz Alaska insgesamt liegt in den Monaten Juli und August. Und das möchten wir natürlich nicht verpassen. Wenn sich nun unsere Abfahrt nach Südamerika bis Ende Oktober verschiebt, dann bleiben uns bei Ankunft in Montevideo Ende November nur noch etwas mehr als ein halbes Jahr von Ushuaia bis Prudhoe Bay. Das hatten wir anders geplant.

Zum anderen feiere ich Ende Oktober meinen 40. Geburtstag. Und seit Beginn der Reiseplanung bin ich immer davon ausgegangen, meinen runden Geburtstag auf einem Frachtschiff mitten auf dem Atlantik zu verbringen. Nicht, dass das wichtig wäre. Aber gefreut habe ich mich schon darauf …

Aus 135 Tagen werden 81

Letztlich ist bis Ende Oktober noch soviel Zeit, dass wir fast davon ausgehen, dass auch der 31.10. nicht zu halten ist. Irgendwann im November wollten wir dann also doch nicht fahren. Also haben wir uns mit der Reederei in Verbindung gesetzt. Ein Telefonat und zwei E-Mails später sieht die Welt schon wieder ganz anders aus und versetzt uns in leichte Panik. Das aktuelle Angebot: statt Ende Oktober auf der Grande Sao Paolo könnten wir auch am 6. September 2016 mit der Grande Angola fahren.

Und das bringt uns jetzt wirklich durcheinander. Denn mit Anfang September hätten wir jetzt auch wieder nicht gerechnet. Zumal wir vier Tage später, am 10.09. mit Freunden und Familie eine kleine Abschiedsparty feiern wollten. Theoretisch wäre der neue Zeitplan toll! Unsere eigenen Termine haben wir bis Ende August geplant. Danach ist eigentlich gähnende Leere. Die freie Zeit im September wollten wir nutzen, um noch ein Praktikum in einer Landrover-Werkstatt zu machen, die letzten Formalitäten zu klären und hie und da noch ein paar Freunde zu einem letzten Glas Wein vor der Reise zu treffen. Das gerät jetzt alles ganz schön durcheinander.

Klar, wir rechnen auch nicht damit, dass der 06.09.2016 gehalten wird. Auch die Abfahrt der Grande Angola wird sich nochmal um ein paar Tage nach hinten verschieben. Insofern sollte wenigstens der Party nichts im Wege stehen. Und wenn doch, dann müssen halt alle eingeladenen ohne uns unsere Reise feiern. Auch nicht schlecht …

Für uns wird alles auf einmal sehr konkret. Raus aus dem Job und quasi schon rauf aufs Schiff. Diese Woche werden wir uns entscheiden. Alles, was noch niet- und nagelfest gemacht werden muss, wollen wir bis Freitag klären: Versicherungen, Krankenkassen, Reisedokumente. Und wenn am Freitag alles geregelt ist oder regelbar erscheint, dann stelle ich den Countdown auf der Startseite von 135 auf 81 Tage.

Offroad-Training zur Einstimmung

Mit Freelander und Discovery waren wir schon das ein oder andere Mal im Gelände unterwegs, allerdings immer nur aus Spaß an der Freude. Vor unserer Tour, die uns sicherlich auch einige Offroad-Strecken bescheren wird, wollten wir aber unbedingt nochmal unter Anleitung auch mit dem Defender in den Matsch und auf die Piste. Nicht nur, um das Auto, das ja im Gegensatz zu den anderen beiden über quasi keinerlei elektronische Hilfsmittel verfügt, besser kennenzulernen, sondern auch, um es mit dem kompletten Ausbau mal einem kleinen Quietsch- und Belastungstest zu unterziehen.

Die meisten meiner Trainings habe ich bisher bei Stefan und seinem Quadrofaktum-Team (ehemals Landyreisen) gemacht. Und als wir im vergangenen Herbst zusammen in Verdun unterwegs waren, hat mich Stefan auf das Allradler-Wochenende hingewiesen. Im Gegensatz zum normalen Offroad-Training, geht das Allradler-Training nicht nur über einen Tag (sondern zwei). Und neben dem eigentlichen Fahrtraining geht es auch noch um Seilwinde, kaputte Reifen, erste Hilfe, etc.

Luftbild des Offroad-Geländes im belgischen Dürler

Luftbild des Offroad-Geländes

Weil wir und schon so lange kennen und wir am Samstag einen Vortrag über unsere Reiseplanungen halten wollten, hat Stefan uns eingeladen, schon am Freitag zum Team-Treffen anzureisen und das Wochenende mit der Crew bei einem (oder zwei) Bier einzuläuten. Dem sind wir natürlich nur allzu gerne gefolgt. Das Wochenende startete also schon mal sehr entspannt.

Nicht mehr ganz so entspannt waren die folgenden zwei Tage. Sie waren vollgestopft mit Theorie und Praxis und jeder Menge Action. Gut war für mich schon mal die Wiederholung der ganzen Fahrtheorie. Nach dem technischen Training vor ein paar Wochen war es gut, jetzt nochmal das Fahr-Know-How aufzufrischen: Untersetzung, Differenzial-Sperre, Save Recovery. Die perfekten Grundlagen, um beim Fahren im Gelände eine ruhige Hand zu bewahren. Und obwohl ich den Offroad-Kurs eigentlich in- und auswändig kenne, war es doch wieder ein spannendes Erlebnis, die ganzen Tipps&Tricks nochmal neu (weil im anderen Auto) anzuwenden. Sei es die Verschränkungspassage, Neigungswinkel mit beladenem Auto oder die enormen Steigungen und Gefälle auf matschiger Piste. Mein persönliches Highlight: Abwürgen am Hang und Save Recovery. Ruhe bewahren, Rückwärtsgang einlegen, Handbremse lösen, Fussbremse lösen und dann den Motor starten. Ja, bei eingelegtem Rückwärtsgang im Hang. Muss man mal erlebt haben. Denn letztlich passiert nichts, außer, dass der Defender sicher und kontrolliert rückwärts den Berg wieder runter fährt.

Seilwinden-Workshop mit Jörg

Seilwinden-Workshop mit Jörg

Noch ein Highlight: Der Seilwinden-Workshop mit Jörg. Jörg nutzt als Förster seinen Defender und Seilwinden-Technik im Job. Er ist also vom Fach. Und das merkte man ihm auch deutlich an: Fakten, Fakten, Fakten über Material, Auto und Techniken. Jede Menge gelernt, jede Menge mitgenommen. Und hinterher war Jörg noch so freundlich, und hat uns sehr viele hilfreiche Tipps in Form einer Einkaufsliste für die Panamericana-Tour zusammengestellt. Schade, dass wir die Quadrofaktum Schwarzwald-Tour im letzten Jahr nicht mitmachen konnten; jetzt weiß ich, was wir verpasst haben.

Zurück zum Training: Neben der ganzen Fahrerei und Theorie kam natürlich auch die Quasselei nicht zu kurz. Knapp 60 Teilnehmer auf 21 Fahrzeugen. Da kommt jede Menge Reiseerfahrung zusammen. Seien es die zwei Heinsberger (sorry, dass ich Eure Namen nicht mehr parat habe), die über ihr halbes Jahr in Südafrika erzählt haben oder Barbara und Stefan, die beiden immer mal wieder Reisenden. Da waren ganz viele wertvolle Tipps für uns mit dabei! Und Michael, das fand ich ein ganz nettes Kennenlernen, der mit seinem Sprinter fast zur gleichen Zeit wie wir, mit der gleichen Reederei, ebenfalls in Montevideo anlandet um dann zumindest ein paar Monate in Südamerika zu verbringen. So klein ist die Welt. Wir freuen uns auf unser Treffen in Chile (oder sonstwo dort unten). Ich kann jetzt gar nicht alles und jeden hier einzeln namentlich aufführen. Es waren – insbesondere nach unserem Vortrag am Samstag abend – so viele nette Menschen und Kontakte da. Vielen Dank Euch allen für die vielen (wirklich guten!) Tipps und die netten Unterhaltungen. Das war ein Vorgeschmack auf unsere Reise: Jeder, der so eine Reise gemacht hat, hat uns von den vielen netten Menschen erzählt, die er kennengelernt hat. Das war also quasi diesbezüglich unser Anfang :-)

Und wenn ich gerade von netten Menschen schreibe und Euch hier in die Fotogalerie entlasse: Stefan, Elke und das ganze Team. Das war ein richtig geiles Wochenende. Vielen Dank Euch allen für die Erfahrungen, die wir sammeln konnten! Wir sehen uns wieder. Ihr müsst einfach nur die Lichtorgel einschalten ;-)

Länderverlosung

So richtig glücklich scheine ich mit dem Ergebnis der Länderverlosung nicht zu sein. Aber das Foto täuscht. Es hat keine Nieten gegeben!

Was es mit der Länderverlosung auf sich hat? Wir haben uns überlegt, ob wir uns gemeinsam in die komplette und komplexe Reiseplanung entlang der Panamericana stürzen oder ob wir uns gegenseitig zumindest ein bisschen überraschen wollen. Von der Arbeitsteilung mal ganz zu schweigen.

Der Plan (was wäre so eine Reise schon ohne die ganzen Pläne …?): Wir teilen die Länder entlang der Strecke unter uns auf und jeder wird Spezialist für die Länder, die er bekommen hat. Das Spezialistentum bezieht sich dabei natürlich nicht nur auf die Sehenswürdigkeiten. Die natürlich vor allem. Aber es gibt ja auch eine ganze Reihe anderer Dinge, die man bedenken und beachten muss.

Sei es die Einreiseformalitäten oder die Promillegrenze, die Bezugsquellen für Ethanol (für den Spirituskocher) oder die notwendigen Impfungen. Nicht zu vergessen die Übernachtungsmöglichkeiten, die Gepflogenheiten vor Ort und der Kontakt zur nächsten Landrover-Werkstatt. Und als wichtigste Aufgabe: Die Länderseiten auf www.panamericana.de. Hier werden alle wichtigen Informationen zu unserer Reise als Tipps & Tricks für Euch und andere hinterlegt. Und dafür braucht es natürlich auch Sammler und Schreiber.

Bei der Länderverlosung ist uns aufgefallen, dass wir eines der wichtigsten Länder am Rande der Panamericana bei der Planung bisher schamlos ausgelassen haben: Belize. Den knapp 300.000 Einwohnern möchten wir natürlich auch einen Besuch abstatten. Vielleicht nicht jedem Einzelnen. Aber doch wenigstens ein paar. Deswegen ist es auf unserer Länderliste jetzt erst dazu gekommen.

Routenplanung mit der Weltkarte

Zugegeben, die Routenplanung mit der Weltkarte ist ein bisschen altmodisch. Da wir aber (noch lange) nicht ins Detail gehen, reicht die Karte und das (falsche) Automodell durchaus aus. Momentan liegt unser Augenmerk auf der ganz groben Planung: Welches Land wollen wir überhaupt bereisen und zu welcher Jahreszeit sollten wir in welchem Kontinent sein.

Wir machen uns momentan noch  nicht mal Sorgen, ob wir Visa brauchen oder wie lange wir – egal ob mit oder ohne Visum – in welchem Land bleiben dürfen. Wetter ist viel wichtiger.

Unsere Planung hat sich insoweit gefestigt, als dass wir uns mindestens ein Jahr Zeit nehmen wollen. Grob liegen auf der Reise 36.000 Kilometer vor uns. Von Montevideo runter nach Ushuaia. Von dort aus hoch über Mexiko bis nach Alaska. Dort angekommen machen wir uns wieder auf den Weg in Richtung Osten. Ganz grob peilen wir Baltimore an, um das Auto wieder nach Europa zu verschiffen. Wissend, dass die Reise bis dahin einen durchaus anderen Verlauf nehmen kann, als den, den wir geplant haben, ist Prudhoe Bay erstmal unser primäres Ziel. Alles was dann kommt, wird sich sicherlich im Laufe der Reise zeigen. Wer weiß, vielleicht haben wir schon nach drei Monaten die Nase voll und kommen wieder zurück.

Unsere Länderliste:

  • Uruguay
  • Argentinien
  • Chile
  • Peru
  • Bolivien
  • Ecuador
  • Kolumbien
  • Panama
  • Costa Rica
  • Nicaragua
  • El Salvador
  • Honduras
  • Guatemala
  • Mexiko
  • USA
  • Kanada
  • Alaska (USA)

Wie kommt der Defender nach Südamerika?

Unsere vordringlichste Frage: Wie kommt der Defender nach Südamerika. Zwei Möglichkeiten gibt es, soweit bin ich schon:

  • Auto in den Container, Container auf’s Schiff, Schiff nach Südamerika. Und wir mit dem Flieger hinterher.
  • Auto selbst direkt auf’s Schiff fahren, Kabine beziehen, mit dem Schiff (und dem Auto) nach Südamerika fahren.

eBook Frachtschiff nach Südamerika Variante 2, alle mit dem Schiff, ist für mich die Interessantere. Knapp vier Wochen dauert so eine Überfahrt. Und das klingt für mich nach Entschleunigung pur. Vier Wochen ohne Telefon, ohne Internet, ohne Termine. Das klingt sensationell, wenn ich genauer darüber nachdenke.

Michaela findet die Idee nicht so prickelnd. Vier Wochen auf offener See, Stürme, vollaufende Schiffe, Untergang. Klingt ein wenig nach Katastrophenfilm. Nicht sonderlich erquickend. Die Alternative ist aber offensichtlich noch weniger lustig, wenn man Flugangst hat.

Wir beschließen, einen kleinen Ausflug nach Bad Königshofen in Bayern zu machen. Dort ist das jährliche Seabridge-Treffen. Seabridge ist ein Reiseanbieter, spezialisiert auf geführte Übersee-Reisen. Das treffen findet in den Thermen in Bad Königshofen statt. Das hätte mir zu denken geben müssen ;-)

Wir senken den Altersschnitt drastisch. Gefühlt sind wir halb so alt, wie die meisten Anwesenden. Aber irgendwie liegt das ja auch auf der Hand. Wer hat in unserem Alter schon soviel Zeit und Risikofreude, alles hinter sich zu lassen und mindestens ein halbes Jahr – so lange dauern die geführten Seabridge-Touren – alles hinter sich zu lassen. Wir schlagen uns also durch Diavorträge und Fragerunden. Immer wieder die Frage aus dem Auditorium, nach der Reiserücktrittsversicherung. Gibt es keine, wiederholen die Seabridge-Leute gebetsmühlenartig. Auch uns dämmert es so langsam, dass eine Überfahrt mit dem Schiff keine Spassveranstaltung wird, sondern eine Mitfahrt auf einem Frachtschiff. Keine Rücktrittsversicherung! Das Gute ist: Seabridge bietet nicht nur die geführte Tour an, sondern seine Dienstleistung auch als reiner Reisevermittler. Wir neigen also zur reinen Überfahrt ohne Händchenhalten.

Diavortrag beim Seabridge-Treffen

RoRo mit Seabridge

RoRo, Roll-on Roll-off, heißt das Verfahren. Man fährt das Auto selbst auf’s Schiff und bekommt eine Kabine mit oder ohne Fenster. Dann geht es über Dakar nach Montevideo in Uruguay. Und dort fährt man nach einer relativ kurzen Zollprozedur wieder vom Schiff runter. Vorteilhaft ist das verkürzte Zollverfahren. Ist das Auto im Container, dann kann das Ausschiffen schon mal ein paar Tage in Anspruch nehmen. Ist man selbst auf dem Schiff, dann kommt der Zöllner und alles ist in (angeblich) einer knappen Stunde erledigt.

Vorsichtig schleichen wir uns aus dem launigen Vortrag (der geneigte Leser mag hier zwischen den Zeilen stöbern) zum Beratungstisch. Wir würden gerne im kommenden Herbst, vielleicht, eventuell, also unter Umständen, nach Südamerika verschiffen; am Liebsten im September. Ungläubiges Schweigen auf der anderen Tischseite. „Tja, also, im September 2016, da wollen alle. Das wird schwierig!“ Wir hatten uns darauf eingestellt, uns in Bad Königshofen zu informieren. Dass wir die Verschiffung dort schon reservieren würden (müssen), damit hatten wir nicht gerechnet. Scheiß drauf! Worauf warten? Was überlegen? Wir haben die Reise reserviert. Jetzt wird’s ernst.

Den genauen Abfahrtstermin wissen wir natürlich noch nicht. Wir müssen den Schiffsfahrplan abwarten. Wir müssen uns lediglich für eine Kabine entscheiden. Mit oder ohne Fenster? Mit Fenster wird es deutlich teurer – aber wollen wir wirklich 30 Tage ohne Tageslicht in der Kabine sitzen? So eine Reise macht man wohl nur einmal. Dann auch bitte mit Fenster. Irgendwann im November werden wir die verbindliche Buchung bekommen. Und natürlich eine Rechnung. Und dann gibt es quasi keinen Weg zurück. Zumindest nicht im bildlichen Sinne.

Das Seabridge-Treffen war eine unerwartete Erfahrung. Wir hatten mit viel mehr Overlandern im Defender gerechnet. Weniger Reiseluxus, viel mehr Abenteuer. Das will ich den Anwesenden natürlich nicht absprechen. Aber viel waren froh, dass Seabridge eine geführte Tour anbietet. So ganz auf eigene Faust, das ist den meisten (anwesenden) dann doch zu viel Freiheit.

Natürlich hätten wir uns auch selbst um die Verschiffung kümmern können. Wir hätten mit der Reederei verhandeln und alle Papiere selbst besorgen können. Diesen kleinen Luxus gönnen wir uns. Denn schließlich soll unsere Reise nicht mit lauter bürokratischem Quatsch beginnen.