Visum und Reisebestimmungen USA und Kanada

Hier kommt der dritte und letzte Teil unserer Reihe über Visum/Visa und Einreisebestimmungen auf der Panamericana. Heute geht es um Kanada und die USA. Weitere Informationen haben wir für Mittelamerika und Südamerika zusammengefasst.

Was es zu beachten gibt, haben wir (mit Stand Juni 2016) auf Basis der Informationen vom Auswärtigen Amt, ADAC und den Konsulaten hier zusammen gefasst. Da sich gerade die Einreisebestimmungen immer wieder schnell ändern können, empfiehlt sich der vorherige Blick auf die Webseiten des Auswärtigen Amtes.

Visum und Reisepass: Was es in Nordamerika generell zu beachten gibt

Generell sollte der Reisepass beim Roadtrip über die Panamericana noch genügend leere Seiten haben. Dumm, wenn gegen Ende der Reise keine Seiten mehr frei sind. Der Ausweis muss häufig noch mindestens bis zum Ende der Reisezeit gültig sein, in manchen Ländern auch sechs Monate darüber hinaus. Es empfiehlt sich ein Reisepass, der noch mindestens ein Jahr gültig ist. In einigen Ländern benötigen Kinder inzwischen ebenfalls einen eigenen Reisepass. Der Eintrag im Pass der Eltern oder ein Kinderausweis reichen manchmal nicht aus. Deswegen empfiehlt sich auch hier ein eigener Reisepass pro Mensch.

Ein deutscher Reisepass, der bei einer Passbehörde gestohlen gemeldet, aber später wiedergefunden wurde, sollte nicht mehr benutzt werden, da die Ausschreibung in der internationalen Sachfahndung nicht rückgängig gemacht werden kann. Dies kann bei der Weiterreise zu Schwierigkeiten führen.

USA

Deutsche Staatsangehörige nehmen am Visa WaiverProgramm der USA teil und können als Touristen oder zum Transit im Regelfall bis zu einer Dauer von neunzig Tagen ohne Visum in die USA einreisen. Das gilt auch für die Einreise auf dem Landweg von Kanada oder Mexiko. Bei Einreise auf dem Landweg entfällt die Pflicht der Vorlage eines Rück- oder Weiterflugtickets sowie der elektronischen Einreiseerlaubnis (ESTA).

Auch die Erfüllung aller Kriterien zur Teilnahme am „Visa Waiver“ Programm begründet keinen Anspruch auf Einreise in die USA. Die endgültige Entscheidung über die Einreise trifft der zuständige US-Grenzbeamte.

Wer länger als 90 Tage innerhalb eines Kalenderjahres in den USA bleiben möchte, benötigt in jedem Fall ein Visum. Eine kurzzeitige Ausreise, zum Beispiel nach Kanada, unterbricht die 90-Tages-Frist; sie beginnt bei Wiedereinreise jedoch nicht neu! Das benötigte B1/B2-Visum kann im US-Konsulat in Berlin, Frankfurt oder München beantragt werden. Die Kosten belaufen sich momentan auf 144 Euro (160US-$), die bei Nichtgewährung des Visums nicht erstattet werden.

Nach der Online-Beantragung und der Gebührenzahlung kann wiederum via Internet ein Termin im jeweiligen Konsulat vereinbart werden. Vor Ort, wir waren in Frankfurt, müssen nach dem üblichen Security-Check (wie am Flughafen), mehrfach die Fingerabdrücke abgeben werden, der Reisende muss sich identifizieren und ein weniger als sechs Monate altes Passbild bereithalten. Zur Not kann man Fotos auch im Konsulat am Automaten machen. Im Nachfolgenden Interview wird Grund und Länge der Reise abgefragt, ggfs. wird man auch ein bisschen gründlicher durchleuchtet. Letztlich geht es um den Willen, die USA wieder zu verlassen. Da kann es hilfreich sein, auf die Familie, den Job nach der Rückkehr oder anderes zu verweisen, was Dich in Deutschland hält.

Tipp: In Konsulat darf man keine elektronischen Geräte mitnehmen. Smartphone, Fitnessarmband oder Apple-Watch sind nicht erlaubt und müssen im Auto bleiben. Wer am Kiosk im Konsulat einen Kaffee kaufen möchte oder noch Passbilder machen muss (6,- €) sollte Bargeld in der Hosentasche mitnehmen!

Unser Interview hat letztlich keine fünf Minuten gedauert. Die Zusage zum Visum haben wir direkt mündlich bekommen. Die Reisepässe mussten wir dort lassen. Nach wenigen Tagen kommen sie samt eingeklebtem Visum – das dann auch satte 10 Jahre gültig ist – per Post (Einschreiben!) an die im Onlineantrag angegebene Adresse.

Ausführliche Informationen zum B2-Visum für die USA gibt es beim Auswärtigen Amt.

Tipp: Zwischen dem Stellen des Onlineantrags und dem Interview-Termin im US-Konsulat können gut und gerne vier Wochen vergehen. Dazu kommt dann noch die Zeit für den Rückversand der Reisepässe. Reisende sollten sich frühzeitig um ein Visum bemühen.

Kanada

Touristische Aufenthalte bis zu sechs Monaten sind für deutsche Staatsangehörige visumsfrei. Mit Wirkung vom 01.08.2015 wurde in Kanada das eTA-Verfahren (Electronic Travel Authorization) eingeführt. Deutsche Staatsangehörige, die von der Visapflicht für Kanada befreit sind, müssen spätestens ab dem 15.03.2016 im Vorfeld zwingend eine elektronische Einreisegenehmigung einholen, um auf dem Luftweg nach Kanada einreisen zu können. Für Einreisen auf dem Landweg ist dies nicht erforderlich.

Bei Ankunft in  Kanada erfolgt eine Einreisebefragung durch Beamte der Einwanderungsbehörde. Unabhängig von der Visumsfreiheit trifft auch in Kanada der Grenzbeamte die endgültige Entscheidung für die Einreiseerlaubnis oder -verweigerung.

Visum und Reisebestimmungen in Mittelamerika

Teil 2 unserer Inforeihe über Visum/Visa und Einreisebestimmungen auf der Panamericana. Diesmal geht es um alle Länder in Mittelamerika. Die südamerikanischen Länder unseres Roadtrips haben wir in einem Beitrag gestern schon zusammengefasst.

Was es zu beachten gibt, haben wir (mit Stand Juni 2016) auf Basis der Informationen vom Auswärtigen Amt, ADAC und den Konsulaten hier zusammen gefasst. Da sich gerade die Einreisebestimmungen immer wieder schnell ändern können, empfiehlt sich der vorherige Blick auf die Webseiten des Auswärtigen Amtes.

Visum und Reisepass: Was es in Mittelamerika generell zu beachten gibt

Generell sollte der Reisepass beim Roadtrip über die Panamericana noch genügend leere Seiten haben. Beim mehrfachen Grenzwechsel in Mittelamerika kommen im besten Fall eine ganze Reihe von Stempeln dazu – zu denen, die sich seit Südamerika schon im Pass befinden. Dumm, wenn gegen Ende der Reise keine Seiten mehr frei sind. Der Ausweis muss häufig noch mindestens bis zum Ende der Reisezeit gültig sein, in manchen Ländern auch sechs Monate darüber hinaus. Es empfiehlt sich ein Reisepass, der noch mindestens ein Jahr gültig ist. In einigen Ländern benötigen Kinder inzwischen ebenfalls einen eigenen Reisepass. Der Eintrag im Pass der Eltern oder ein Kinderausweis reichen manchmal nicht aus. Deswegen empfiehlt sich auch hier ein eigener Reisepass pro Mensch.

Ein deutscher Reisepass, der bei einer Passbehörde gestohlen gemeldet, aber später wiedergefunden wurde, sollte nicht mehr benutzt werden, da die Ausschreibung in der internationalen Sachfahndung nicht rückgängig gemacht werden kann. Dies kann bei der Weiterreise zu Schwierigkeiten führen.

Reisen im CA-4 Gebiet

Eine Besonderheit gibt es für Reisen im sogenannten CA-4-Gebiet (El Salvador, Guatemala, Honduras, Nicaragua). Die maximale Reisedauer von 90 Tagen gilt für diese vier Länder zusammen!

Panama

Bei einer Aufenthaltsdauer bis zu 180 Tagen wird kein Visum benötigt. Es muss entweder ein Rückflugticket nach Deutschland oder ein gültiges Weiterreiseticket (Land-/Luftweg) und eine gültige Aufenthaltserlaubnis für das Land der Weiterreise (ein Touristenvisum allein ist nicht ausreichend) vorgelegt werden. Des Weiteren sollte man bei der Einreise nach Panama nachweisen können, ausreichend finanzielle Mittel für den Aufenthalt mit sich zu führen. Dies bedeutet entweder 500,- US-$ in bar oder die Verfügbarkeit der entsprechenden Summe auf dem Kreditkartenkonto (per Kreditkartenkontoauszug nachweisbar).
Für die Ein- und Ausreise aus Panama auf Schiffen jeglicher Art (Frachtschiffe, Segelschiffe, Jachten, Katamarane etc.) gelten Sonderbestimmungen: Bei Einreise wird eine Einreisegebühr in Höhe von 100,- bis 200,- US-$ erhoben.
Achtung: Touristisch Reisende erhalten bei Einreise per Schiff lediglich ein Visum für 72 Stunden. Wer länger als 72 Stunden in Panama bleiben möchten, sollte sich unmittelbar bei der zuständigen Migrationsbehörde im jeweiligen Hafen informieren.

Costa Rica

Deutsche können nach Costa Rica zu touristischen Zwecken für bis zu 90 Tage mit einem Reisepass visafrei einreisen. Ein Anspruch auf die maximale Aufenthaltsdauer besteht nicht, häufig wird eine kürzere Aufenthaltsgenehmigung erteilt. Die Entscheidung hierüber wird vom Beamten bei der Einreise auf der Grundlage des Rückflugtickets, Aufenthaltszwecks, finanzieller Leistungsfähigkeit etc. erteilt. Reisende müssen ein Rückflugticket/Anschlussticket und einen Finanzierungsnachweis für den Aufenthalt im Land vorlegen. Anträge auf Verlängerung der Aufenthaltsdauer können bei der Ausländerpolizei (Migración) gebührenpflichtig gestellt werden.
Reisedokumente müssen sich in gutem Zustand befinden. Nach costa-ricanischem Recht müssen die Dokumente nur für den Tag der Einreise selbst und den Folgetag gültig sein.
Bei der Einreise auf dem Landweg von Panama und Nicaragua sollte unbedingt darauf geachtet werden, dass sowohl der costa-ricanische Einreisestempel als auch der panamaische bzw. nicaraguanische Ausreisestempel im Reisepass angebracht werden. Gleiches gilt für die Rückreise. Ohne diese Stempel im Pass kann es zu erheblichen Schwierigkeiten bei der Aus- und Weiterreise kommen, da die Ausländerpolizei in diesen Fällen die Möglichkeit eines illegalen Aufenthalts in Costa Rica prüft und zu diesem Zweck die Pässe bis zu einem Monat einbehält. Es können aus diesem Grund vorübergehende Inhaftierungen erfolgen.

Nicaragua

Für touristische Reisen von bis zu 90 Tagen ist kein Einreisevisum erforderlich. Bei der Einreise wird jedoch der Erwerb einer Touristenkarte verlangt. Diese kostet derzeit 10,- US-$, zuzüglich einer Einreisegebühr von 2,- US-$. Bei der Ausreise wird die Gebühr von 2,-US-$ ebenfalls verlangt.
Die maximale visafreie Aufenthaltsdauer beträgt drei Monate. Eine Verlängerung kann bei der nicaraguanischen Einwanderungsbehörde (Migración) beantragt werden. Die bei Antragstellung vorzulegenden Unterlagen hängen vom Einzelfall ab.

Belize

Ein Visum zur Einreise nach Belize für einen Besuch bis zu 30 Tagen ist nicht erforderlich; bei einem darüber hinausgehenden Aufenthalt bis zu sieben Monaten wird jedoch eine Genehmigung benötigt, die vor Ort beim Immigration Office des betreffenden Distrikts für derzeit etwa 50,- US$ pro Monat beantragt werden kann. Der Nachweis über ausreichende finanzielle Mittel (75,- USD/Tag) müssen bei der Einreise vorgelegt werden. Die Ausreisegebühr beträgt derzeit 19,- USD für die Ausreise über Land. Eine Einreisegebühr wird aktuell nicht verlangt.

El Salvador

Bei Einreise auf dem Landweg reicht es aus, wenn das Reisedokument am Tag der Einreise noch gültig ist. Für die Einreise nach El Salvador benötigen deutsche Staatsangehörige kein Visum für einen Aufenthalt von bis zu 90 Tagen. Bei der Einreise sollte darauf geachtet werden, dass die Dauer, die im Pass eingetragen wird, für den gesamten Aufenthalt eingetragen wird, um eine spätere Verlängerung der Einreisebewilligung zu vermeiden. Für Reisende im sogenannten CA-4-Gebiet (El Salvador, Guatemala, Honduras, Nicaragua) gilt die Sonderreglung, dass ein touristischer Aufenthalt von maximal 90 Tagen in diesem Raum zulässig ist. Bei Einreise von einem anderen CA-4-Staat erhalten Reisende oftmals keinen Aus- und Einreisestempel (Ausnahme derzeit Guatemala).

Honduras

Deutsche Overland-Reisende erhalten in der Regel bei Einreise an den Grenzen gebührenfrei eine Aufenthaltserlaubnis von 90 Tagen. Für Reisende im sogenannten CA-4-Gebiet (El Salvador, Guatemala, Honduras, Nicaragua) gilt die Sonderreglung, dass ein touristischer Aufenthalt von maximal 90 Tagen (im Gesamtraum!) zulässig ist. Bei Einreise aus einem anderen CA-4-Staat nach Honduras erhalten Reisende keine Aus- und Einreisestempel. Vorgschrieben bei Einreise nicht-zentralamerikanischer Ausländer auf dem Landweg ist die Zahlung einer Tourismussteuer in Höhe von 3,- US-$ bzw. des Gegenwerts in der honduranischen Währung „Lempiras“.

Guatemala

Für deutsche Staatsangehörige ist mit Reisepass ein visafreier Aufenthalt in der sog. „CA-4“- Region Guatemala, El Salvador, Honduras und Nicaragua bis zu insgesamt 90 Tagen möglich. Die Aufenthaltserlaubnis wird kostenfrei bei der Einreise erteilt. Es ist unbedingt darauf zu achten, dass der Reisepass mit einem Einreisestempel versehen wird. Eine Verlängerung von 90 Tagen kann bei der Einwanderungsbehörde beantragt werden.

Mexiko

Deutsche Staatsangehörige können ohne vorherige Einholung eines Visums einreisen. Sie erhalten bei der Einreise nach Mexiko an Grenzstellen eine Touristenkarte (genannt „FMT“). Bei Grenzübertritt wird die Karte gestempelt und der Gültigkeitszeitraum eingetragen. Dabei sollte auf die Gültigkeitsdauer geachtet werden, um späteren Aufwand zur Verlängerung zu vermeiden. Eine spätere Verlängerung auf bis zu sechs Monate kann bei der zuständigen Behörde in Mexiko (Instituto Nacional de Migración) beantragt werden. Jedoch besteht darauf kein Anspruch.
Die beim Reisenden verbleibende Ausfertigung der Touristenkarte sollte sicher verwahrt werden, sie muss bei der Ausreise aus Mexiko vorgelegt werden. Bei Verlust muss spätestens bei Ausreise gegen Gebühr eine neue Karte erworben werden (umgerechnet ca. 20 Euro).

Visum und Reisebestimmungen in Südamerika

Neulich habe ich irgendwo gelesen, dass man mit dem Pass der Bundesrepublik Deutschland die meisten Staaten ohne Visum bereisen darf. „Deutsche besitzen die mächtigsten Reisepässe der Welt“ stand in dem Artikel. Das ist – zumindest aus meiner Sicht – nicht ganz korrekt. Denn man muss zwar kein Visum in der jeweiligen Landesvertretung in Deutschland beantragen, sondern bekommt die Einreisegenehmigung in der Regel direkt vor Ort an der Grenze. Aber achtgeben sollte man trotzdem. Egal wo man es beantragt. Denn die Einreise kann mit entsprechenden Auflagen versehen sein. Und das jeweilige Visum oder die Aufenthaltsgenehmigung ist an unterschiedliche Bedingungen geknüpft.

Was es zu beachten gibt, haben wir (mit Stand Juni 2016) auf Basis der Informationen vom Auswärtigen Amt, ADAC und den Konsulaten hier zusammen gefasst.

Visum und Reisepass: Was es in Südamerika generell zu beachten gibt

Generell sollte der Reisepass beim Roadtrip über die Panamericana noch genügend leere Seiten haben. Beim Grenzwechsel zwischen Argentinien und Chile kommen im besten Fall eine ganze Reihe von Stempeln dazu. Dumm, wenn gegen Ende der Reise keine Seiten mehr frei sind. Der Ausweis muss häufig noch mindestens bis zum Ende der Reisezeit gültig sein, in manchen Ländern auch sechs Monate darüber hinaus. Es empfiehlt sich ein Reisepass, der noch mindestens ein Jahr gültig ist. In einigen Ländern benötigen Kinder inzwischen ebenfalls einen eigenen Reisepass. Der Eintrag im Pass der Eltern oder ein Kinderausweis reichen manchmal nicht aus. Deswegen empfiehlt sich auch hier ein eigener Reisepass pro Mensch.

Uruguay

Deutsche Touristen benötigen bei Einreise mit gültigem Reisepass für einen Aufenthalt bis zu 90 Tagen kein Einreisevisum. Grundsätzlich kann kurz vor Ablauf der 90 Tage eine einmalige Verlängerung des Aufenthalts bei der Einwanderungsbehörde in Uruguay beantragt werden.
Für eine weitere Verlängerung muss – je nach Aufenthaltszweck – eine vorübergehende Aufenthaltserlaubnis beantragt werden.

Argentinien

Deutsche Staatsbürger können bis zu 90 Tage als Touristen visafrei nach Argentinien einreisen. Eine Verlängerung der Aufenthaltsgenehmigung bis zu insgesamt sechs Monaten ist vor Ort möglich. Es besteht jedoch kein Anspruch darauf.

Chile

Für einen kurzfristigen Aufenthalt zu Tourismus- oder Besuchszwecken ist kein Visum erforderlich. Bei der Einreise wird an der Grenze kostenlos eine „Tarjeta de Turismo“ (Touristenkarte) ausgestellt, die zu einem Aufenthalt von maximal 90 Tagen berechtigt.

Wichtig: Die „Tarjeta de Turismo“ muss beim Verlassen des Landes zurückgegeben werden!
Bei Verlust oder Diebstahl muss daher vor Ausreise von der „Policía Internacional“ in Santiago bzw. in anderen Regionen von der „Policía de Investigaciones“ eine Ersatzkarte ausgestellt werden.

Der Aufenthalt kann gegen eine Gebühr von 100,- US$ einmalig um 90 Tage verlängert werden. Zuständig sind hierfür das „Departamento de Extranjería“ in Santiago bzw. in anderen Regionen die jeweilige „Gobernación Provincial“.

Bolivien

Deutsche Staatsangehörige benötigen für einen touristischen Aufenthalt kein Visum. Sie können sich insgesamt 90 Tage pro Kalenderjahr visumsfrei in Bolivien aufhalten, wobei mehrfache Ein- und Ausreisen gestattet sind.

Bei Einreise wird in der Regel ein Einreisestempel mit dem Einreisedatum im Pass eingetragen, jedoch oft kein Gültigkeitsdatum. Die Grenzkontrollen sollten auf dem Landweg nicht einfach durchfahren werden. Bei der Ausreise fehlt dann der Einreisestempel und die Registrierung; im schlimmsten Fall risikiert man Strafzahlungen wegen illegalem Aufenthalt.

Die gesetzliche Regelung sieht vor, dass deutsche Touristen zunächst eine Aufenthaltserlaubnis für 30 Tage erhalten, die dann noch zweimal – für jeweils 30 Tage – bei der Migrationsbehörde kostenlos verlängert werden kann. Panamericana-Reisende, die sich länger als 30 Tage in Bolivien aufhalten und kein Gültigkeitsdatum bei Einreise in den Pass gestempelt bekommen haben, sollten sich daher zwecks Festschreibung der Gültigkeit, bzw. Verlängerung des Aufenthalts bei der Migrationsbehörde (migración) melden, um Schwierigkeiten bei der Ausreise zu vermeiden.

Peru

Touristen mit deutscher Staatsangheörigkeit können sich bis zu 183 Tage in Peru aufhalten. Die vorherige Beantragung eines Visums ist für einen touristischen Aufenthalt nicht erforderlich, dieses wird bei Einreise in Form einer Einreisekarte („Tarjeta Andina de Migración“) erteilt.

Bbei Einreise auf dem Landweg sollte unbedingt das Einreisedatum durch einen Stempel der Grenzbehörde im Pass und auf der Einreisekarte dokumentiert und sichergestellt werden, dass die Einreise auch in elektronischer Form im System erfasst wird. Andernfalls wird von einem illegalen Aufenthalt ausgegangen, der zu erheblichen Problemen bei der Ausreise und im ungünstigsten Fall zu einer kostenpflichtigen Abschiebung führen kann.

Da einige Grenzübergänge wie etwa in Puno (bei Einreise aus Bolivien) nachts nicht besetzt sind und folglich die o. g. Einreiseformalitäten nicht erfüllt werden können, sollte bei der Reiseplanung unbedingt darauf geachtet werden, dass die Einreise tagsüber erfolgt.

Ecuador

Für touristische Aufenthalte in Ecuador (bis zu 90 Tage pro Jahr) müssen deutsche Staatsangehörige vor Reiseantritt kein Visum einholen. Vom 1. Tag der ersten Einreise an wird das Jahr für den Aufenthaltszeitraum von 90 Tagen gerechnet. Es gilt also nicht das Kalenderjahr.

Die Einreise mit beschädigten Reisepässen kann zur Zurückweisung durch die Grenzpolizei führen. Der Einreisestempel ist obligatorisch, auch bei Einreise über die Landgrenze von Peru oder Kolumbien. Bei Verstoß gegen ecuadorianisches Aufenthaltsrecht muss mit empfindlichen Strafen gerechnet werden, bei fortgesetztem illegalen Aufenthalt auch mit Abschiebehaft. Der Pass oder eine Passkopie muss stets mitgeführt werden. Außerdem wird empfohlen, auch eine Kopie des Einreisestempels mit sich zu führen.

Kolumbien

Deutsche Staatsangehörige benötigen für einen rein touristischen Aufenthalt in Kolumbien kein Visum. An den Grenzübergangsstellen wird von der Immigrationsbehörde „Migración Colombia“  per Stempel im Reisepass die Aufenthaltsdauer festgelegt. Reisende sollten daher bei der Einreisekontrolle die Grenzbeamten bitten, eine Aufenthaltsdauer zu genehmigen, die den angestrebten Aufenthaltszeitraum (+Puffer für ungeplante Aufenthaltsverlängerungen wie Pannen oder Krankheut) abdeckt, was in der Regel auch erfolgt. Die zunächst maximale Aufenthaltsdauer beträgt 90 Tage, verlängerbar um weitere 90 Tage.

Reisende, die über die genehmigte Aufenthaltsdauer hinaus im Land bleiben wollen, müssen rechtzeitig vor Ablauf des bereits genehmigten Zeitraums bei der Migración Colombia eine (gebührenpflichtige) Verlängerung beantragen. Migración Colombia ist in allen größeren Städten des Landes vertreten.

Und für andere Staatsangehörige?

Und wir sieht es für andere Staatangehörigkeiten aus? Für Schweizer, Österreicher oder Niederländer? Erzählt uns von Euren Erfahrungen und Tipps für die Reise in Südamerika hier in den Kommentaren!

Reise-Impfungen für Süd- und Mittelamerika

Impfungen sind für die Reise nach Süd- und Mittelamerika ein absolutes Muss! Mal abgesehen von den mehr oder minder angenehmen Krankheiten, die vor Ort lauern und durch das ein  oder andere Viech übertragen werden können, schadet es natürlich auch nicht, die auch in Deutschland üblichen Impfungen zu wiederholen bzw. aufzufrischen.

Impfplan

Je nachdem, wie lange die letzte Impfung her ist, sollte man sich auch richtig viel Zeit nehmen. Für meine Impfungen haben wir (der Arzt und ich) fast ein halbes Jahr eingeplant. Nicht, weil das soviel Spaß macht. Viel mehr, um eventuell auftretende Nebenwirkungen abgrenzen zu können. Ich würde zunächst eine Impfberatung empfehlen. Ob das jetzt beim Arzt ist oder bei einem Tropeninstitut passiert, ist fast egal. Mir war wichtig, dass mein Arzt selbst reiselustig ist und Impfungen für ihn nicht nur graue Theorie sind. Bei der Impfberatung wird dann – nach einem Blick in Euren Impfausweis – ein Impfplan erstellt. In diesem wird festgelegt, wann welche Impfung erfolgen muss.

Impfkosten und die Krankenkasse

Eigentlich übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten für die Reise-Impfung. Zwar sind die Krankenkassen nicht dazu verpflichtet, die Kosten für Reiseimpfungen zu übernehmen; viele Kassen haben die Reiseimpfungen aber in ihren freiwilligen Leistungskatalog aufgenommen. Da Impfungen durchaus ins Geld gehen können, lohnt es sich ein Anruf bei der Krankenkasse auf jeden Fall. Die Impfstoffe für meine Impfungen kosten satte 593,- Euro. Dazu kommen noch die Arztkosten. Werden die Kosten von der Krankenkasse nicht übernommen, kann man die Impfstoffe auch in einer niederländischen Versandapotheke kaufen. Meine Medikamente sind dort rund 120,- Euro günstiger.

Meine private Krankenkasse übernimmt die Kosten für alle Vorsorgeimpfungen, die für die jeweiligen Länder laut Robert Koch-Institut vorgesehen sind. Der freundliche Kundenberater gab mir deswegen den Tipp, die Impfungen jeweils als Vorsorge-Impfungen vom Arzt ausweisen zu lassen. Dann übernimmt die Krankenkasse auch alle Kosten.

Notwendige Impfungen

  • Cholera
  • Diphterie
  • Gelbfieber
  • Hepatitis A
  • Hepatitis B
  • Malaria
  • Meningitis
  • Polio
  • Tetanus
  • Tollwut
  • Typhus

Gelbfieber-Impfung ist obligatorisch. Denn ohne eine nachgewiesene Gelbfieber-Impfung kommt man gar nicht erst nach Südamerika. Wir müssen die Gelbfieber-Impfung schon vier Wochen vor der Verschiffung bei der Reederei einreichen. Besonderheit: Gelbfieberimpfungen dürfen nur an offiziellen, von der WHO genehmigten Impfstellen durchgeführt werden. Diese Bestimmung erklärt sich durch die extreme Empfindlichkeit des Impfstoffes. Wenn man also nicht zu mehreren verschiedenen Stellen oder Ärzten zum Impfen gehen möchte, dann sollte man vorher klären, ob der Wunscharzt eine offizielle Gelbfieber-Impfstelle (Übersicht Gelbfieber-Impfstellen) ist.

Auf die Malaria-Prophylaxe werden wir verzichten. Die Medikamente Malaron oder Malarex werden sowohl zur Vorsorge, als auch zur Behandlung genutzt. Man könnte nun während der gesamten Reisedauer jeden Tag Medikamente nehmen oder eben erst im Krankheitsfall. Unser Arzt hat uns zu letzterem geraten, der sog. Standby-Medikation. Beim geringsten Anzeichen von Malaria sofort Malarex nehmen und sich vor Ort in ein Krankenhaus begeben. Da Malaria sich wie eine Grippe anfühlt, können die ersten Anzeichen also schon Kopfschmerzen oder leichtes Fieber sein. Wenn dem so ist: Runter mit den Tabletten und ab in die Behandlung.