Rund um den Vulkan Osorno und die gleichnamige Stadt
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Rund um Osorno

Osorno ist nicht nur eine Stadt im mittleren Südchile, sondern auch der gleichsam benamste Vulkan. Der gegenüberliegende Vulkan Calbuco spiegelt sich genauso auf der stillen Oberfläche des Lago Llanquihue, wie der eher ruhige Osorno mit seinem schneebedeckten Zipfel – wie gemalt.

Rund um den See und die Vulkane haben sich anno dazumal viele Deutsche angesiedelt. Gerade dem Örtchen Erdbeerhausen, heute Fruttilar, sieht man den Einfluss heute noch an: Überall Gehsteige, gepflegte Vorgärten, deutsche Schulen und „Oma’s Kuchen“, inkl. Deppen-Apostroph.

Deutsch als Fremdsprache

Die Besitzerin des Casa Rosalba erzählt uns in feinstem Schuldeutsch, welchen Stellenwert Deutsch als Fremdsprache und die deutsche Kultur heute noch in großen Teilen Chiles hat. Wenn auch schon durch die dritte und vierte Generation nach der Auswanderung verwaschen und verwässert, die deutsche Flagge weht an vielen Ecken. Manchmal auch ein bisschen zu deutsch, wie das „Hotel Heinrich“, das als Logo ein Sütterlin-gedrechseltes „HH“ auf schwarz-rot-goldenem Untergrund führt.

Die Vulkane sind hier allgegenwärtig, doch glaubt man kaum, dass der Calbuco erst 2015 ausgebrochen ist und das ein oder andere Dorf unter schwarz-grauer Asche begraben hat; hiervor zeugen allenfalls noch große dunkle Aschehaufen in manchen Rinnsteinen.

Auch am Fuße des Osorno reiht sich ein CONAF-Nationalpark an den nächsten, unzählige Cascadas, Saltii und Lagunen gibt es zu bestaunen. Fast immer kostenfrei, bestens gepflegt und behütet. Allein der Salto Petruhue hinterlässt einen faden Beigeschmack: 12 US-Doller Eintritt, 1.000 Pesos Parkgebühr für einen von vielen Wasserfällen, dieser eher unspektakulär. Auch daran merkt man, dass Chile an der erste Welt knabbert: Besucherzentrum, Café, Souvenirstände und verhältnismäßig hoher Eintritt. Dass das auch anders geht, zeigen unzählige wunderschöner Naturdenkmäler im südlicheren Südchile. Nur, da kommen nicht so viele Touristen hin, als dass sich der Bau einer Fußgänger-Mautstelle lohnen würde.

Viel mehr als der Petruhue beeindrucken uns die allgegenwärtigen Vulkane, die vielen Warnschilder zu Fluchtwegen, die Gefahr des Ausbruchs. Würden wir hier genauso seelenruhig oder machtlos wohnen und leben?

Osorno – kleine Großstadt

In Osorno selbst, der Stadt, gönnen wir unserem Reisemobil „El Gordo“ einen überfälligen Servicetermin. Der städtische Campingplatz ist natürlich just in dieser Woche geschlossen, sodass wir die Nacht im Hinterhof der örtlichen Land Rover-Werkstatt verbringen. Nicht der schönste Platz, aber der beste Ausgangspunkt, um einen Blick nach Downtown zu werfen. Kurz vor Weihnachten klingeln die Glöckchen aus allen Lautsprechern und die Tannenbäume grünen so grün, wie Plastik grün grünen kann.

Wir haben endlich einmal die Gelegenheit, ein Completo zu probieren, einen mehr oder minder geschmacklosen Hotdog mit Avocado-Creme. Kein Vergleich zu den wunderbaren Empanadas, die es hier auch an jeder Straßenecke zu kaufen gibt: mit Fleisch oder Schwein, so der feine Unterschied, aber auch mit Pollo und Napolitana-Style. Zum Runterspülen des Completos machen wir noch einen Abstecher zu Armin Schmid, der unter bayerischer Flagge nicht ganz Reinheitsgebot-konformes Bier braut. Ein bisschen Freistaat in Chile. Und ganz wie daheim ist auch im Biergarten nur Bares Wahres – no aceptamos tarjetas.

Raus aus der Großstadt. Wir freuen uns, endlich wieder raus in die Natur zu kommen und schlagen unser Nachtlager an einem der unzähligen Wasserfälle auf. Diesmal wieder ohne Eintrittsgeld bezahlen zu müssen.

Ehemals Internet-Junkie, jetzt Weltenbummler bei panamericana.de

This article has 1 comment

  1. Michael

    Das sieht aber schön aus! Ich liebe Wasserfälle 🙂

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