Ventisquero Colgante – der hängende Gletscher

Entlang der Carretera Austral, Teilstück der Panamericana, drängt sich ein Nationalpark an den anderen, eine Sehenswürdigkeit ist schöner als die vorherige und doch verpasst man so viel, wenn man nicht permanent einen Halt hier und einen Abstecher dort macht. Nach unsere drei Gletscherbesuchen in Torres del Paine mit dem Grey, Perito Moreno und dem Gletscher Viedma am Fitz Roy ist der hängende Gletscher Ventisquero Colgante noch einer der auf der Strecke liegt. Noch einer? Man könnte ja meinen, dass man alle Gletscher kennt, wenn man die drei vorgenannten gesehen hat. Und eigentlich ist es nur unserer Müdigkeit und dem Eintrag im iOverlander zu verdanken, dass wir im Nationalpark Queulat einen Zwischenstop eingelegt haben.

Rechts biegt ein kleiner Waldweg von der staubigen Carretera Austral ab, der Weg führt über eine Brücke, einspurig durch den engen Regenwald, vielleicht einen Kilometer bis zur Parkverwaltung. Den obligatorischen Eintritt bezahlt und nach weiteren x-hundert Metern stehen wir auf einem wunderschönen Campingplatz. Elf kleine Schutzhütten, weitläufig verteilt, sodass man den Nachbar-Overlander weder sehen, noch riechen oder hören kann. Mitten im kalten Urwald.

Wir sind – wie schon so oft in Chile – beeindruckt, was man als Tourist in Nationalparks alles darf, wie weit fahrbare Wege mitten hinein führen und wie sensationell einsam und doch gut unterhalten Campingplätze liegen.

Ventisquero Colgante und Laguna Tempanos

Von unserem Stellplatz aus schlängelt sich ein kurzer, schmaler Fußweg zu einem Aussichtspunkt, der den Blick auf den hängenden Gletscher Ventisquero Colgante freigibt. Mächtig drängt das Eis zwischen zwei Felsen hindurch und scheint hunderte Meter nach unten zu brechen. Aber es ist doch nur ein riesiger Wasserfall, der sich von oben in den Bergsee stürzt und den Gletscher-Fluss speist.

Dem anderen Pfad durch das Dickicht folgend, entlang des Gletscherflusses überqueren wir eine Hängebrücke im Takt ihres Schwunges und wandern hintereinander durch eine fast schon unwirkliche Landschaft mit riesigen Nalcablättern zur Laguna Tempanos. Aus unserer Boots- oder Kayak-Tour zum Gletscher wird leider nichts. Wir sind so weit außerhalb der Saison, dass man einfach keine Gäste erwartet hat. Aber Gletscher haben wir ja eh schon genug gesehen.

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