Bilderbuch Peru

Bilderbuch Peru – Schnappschüsse aus dem Hochland und entlang der Panamericana an der Pazifikküste.

No entiendo nada

Wir waren zu schnell, hat er gesagt. Wir sind über die Linie gefahren, hat er dann gesagt. Und Schlangenlinien sind wir gefahren, hat er auch gesagt. Und eine 200$-Strafe hätte er jetzt verhängt, hat er gesagt.

Nur, wir haben nichts verstanden. Der Google Übersetzer hat auch nicht geholfen. Und während er fast verzweifelt ist und wir ganz stur so getan haben, als würden wir keine Wort verstehen, da hat er uns 100$ als Verhandlungsbasis angeboten.

Nach 20 Minuten ist er dann bösen Blickes abgezogen. Ohne Geld, aber mit dem nochmaligen Hinweis, dass er ja von der Polizei sei.

Danke, auf solche Polizisten können wir gut und gerne verzichten.
Der anfängliche Ärger über korrupte und bestechungswillige Polizisten ist dann sehr schnell der Belustigung gewichen: Was für ein Depp!

Wir waren via iOverlander vorgewarnt. Nichtsdestotrotz bleibt ein sehr fader Beigeschmack. Das Abzocken von Touristen scheint dort Masche zu sein und Methode zu haben. Schade, macht unsere Erinnerungen an Peru nicht schöner :-(

Update Juli 2017: Zwischenzeitlich sind alle Einträge über korrupte Polizisten und Wegelagerer in dieser Gegend auf iOverlander gelöscht worden. Davon gab es vorher schon eine Handvoll. Ich bezweifle, dass sich das Problem so schnell in Luft aufgelöst hat. Falls ihr dort also unterwegs seid: Take care and „no fumar espanol“.

Policeman on bike tried to get money from us for speeding, which we definitely did not do. We pretended not to unterstand a single word for 20 minutes.
He gave up then after trying to reduce the „multa“ (fine) form 200 to 100 soles. What a shame!

Drive carefully, do not cross the yellow lines and be aware of the nice officer on his bike (licence plate EP-4727). Safe travels!

Traumstrände

50 Meter abseits der Panamericana liegt ein kleines Paradies. Kilometerlange Sandstrände, menschenleer, das Wasser mit Badetemperatur. Und zur Krönung: 10 Stunden Sonnenschein am Tag. Hier kann man es ein paar Tage aushalten.

Die Toten von Chauchilla

Irgendwann um das zweite Jahrhundert ist der Friedhof bei Chauchilla, ein paar Kilometer südlich von Nazca entstanden. Entdeckt wurde er erst 1920, dann auch unmittelbar von Grabräubern auseinander genommen; eine Vielzahl von Knochen und Schädeln ist auch heute noch quer über die Ebene verteilt.
Seltsam anzusehen ist der Friedhof auch deswegen, weil die Toten dort sitzend beerdigt wurden. Die von den Grabräubern wahllos verteilten Skelette sind heute wieder weitestgehend im Originalzustand zusammengestellt. Seit 1997 erst ist die Grabstätte von Seiten des peruanischen Staates geschützt.

Die trockene Luft und der stetige Wind in dieser Gegend des südlichen Perus sorgten für eine Mumifizierung und die gute Erhaltung der Skelette, die dort vor 1.500 bis 1.800 Jahren sitzend beerdigt wurden.

Beeindruckend ist nicht nur der gute „Zustand“ der Skelette, sondern auch die Tücher und Gegenstände, die den Grabkammern beigefügt wurden.

Der Friedhof ist über eine 7 Kilometer lange Sandpiste direkt von der Panamericana aus zugänglich. Er ist klein und übersichtlich, die Besichtigung bei zugigem Wind dauert keine halbe Stunde. Aber der Ausflug lohnt sich!