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Defender-Umbau – Phase 1

Unser Reisemobil ist ein Landrover Defender 110, Baujahr 2014, Erstzulassung März 2015. Mit dem Defender hat alles angefangen. Mit ihm bin ich im Mai 2015 einmal quer durch Europa gefahren. Damals gab es hinten drin noch ein klappbares Bett aus Multiplex-Platten. Unter den Platten war reichlich Platz für eine Zarges-Box und zwei durchsichtige Kisten mit Deckel von Ikea.

Defender Schlafplatz auf Multiplex-Platten

Erster Versuch: Defender Schlafplatz auf Multiplex-Platten

Ansonsten entsprach die Ausstattung damals der Serienausstattung des aktuellen Defenders. Keine weiteren An- und Umbauten. Serienreifen, Seriensitze, Serienlenkrad, Serienradio. Lediglich die hintere, dritte Sitzreihe war schon nicht mehr drin. Statt dessen zierte ein Dachträger das Dach – irgendwie mussten wir ja Camping-Tisch und -Stühle durch den Kontinent bringen. Als Matratze haben wir uns eine 12cm dicke Schaumstoffmatratze zuschneiden und beziehen lassen. 135×190 cm, also quasi schon Bettmaße. 12cm Dicke ist schon sehr komfortabel. Wer es weniger bequem haben möchte, kommt sicherlich auch mit 8cm aus.

Damit wir nicht die ganze Zeit im Schatten sitzen mussten (müssen), haben wir uns noch eine Markise besorgt. Zur Wahl standen die Luxus-Variante von Foxwing in L-Form (Seite + Heck) oder die einfache Variante, die „nur“ die Seite schützt. Preislich ein klarer Unterschied: Die Foxwing ist gut doppelt so teuer. Ich hatte nicht vor, im  Regen hinter dem Heck zu stehen, deswegen haben wir uns für die Awning von Nakatanenga mit 3 Metern Breite entschieden. Da ich zu  blöd war, die Verpackung ganz auseinander zu nehmen, habe ich das Montagematerial vermisst. Weil ich zufällig in Köln bei Matzker war, hat es der Zufall so gewollt, dass der im Januar verstorbene Chef Amadeus Matzker kurzerhand auf’s Dach gehüpft ist und die Awning selbst montiert hat.

Defender-Ausbau für die Panamericana

Es ist natürlich vollkommen utopisch, mit dieser Ausstattung ein Jahr auf der Panamericana unterwegs sein zu wollen. Wenig Staufläche, kein Sitzen im Auto, keine Heizung, Straßenbereifung und und und. Deswegen war schnell klar, dass der Defender gründlich aus- und umgebaut werden muss.

Hier gibt es jetzt einen Überblick über die Änderungen, die wir momentan gerade machen bzw. machen lassen – in Listenform. Auf die einzelnen Punkte werde ich sicherlich nochmal gesondert eingehen, hier geht es mal um einen groben Überblick.

Hubdach

Hubdach für den Landrover Defender

Hubdach für den Defender

Ein richtiger Schlafplatz, viel Stauraum, die Möglichkeit, das Bett ungemacht mit auf Reisen zu nehmen. Zuklappen, sichern, losfahren. Das geht nicht mit dem Multiplex-Bett und auch nicht mit einem Dachzelt. Außerdem wird das Dachzelt nicht geheizt. In Alaska könnte das arg kalt werden.

Wir haben uns verschiedene Systeme angesehen. Bei den meisten konnten wir den bereits montierten Dachträger nicht behalten. Letztlich ausschlaggebend für das Hubdach von Dietmar Knaack aus Grevenbroich („Schätzelein, isch hab Rücken!“) war der faire Preis, die Nähe und der nette Mensch. Das kann man gar nicht anders sagen! Dietmar hat selbst einen ausgebauten Defender und steht mit Rat und Tat (und Kaffee und Kuchen!) zur Seite.

Ins Dach passt fast haargenau unsere Matratze. Wir haben an den Seiten knapp 4 Zentimeter kürzen müssen. Aber es liegt sich prächtig. Das Dach macht den Defender rund 12 Zentimeter höher. Das macht sich beim Fahren schon bemerkbar, aber man gewöhnt sich schnell an den höheren Schwerpunkt.

Heizung

Die Standheizung kommt von Planar (Planar 2D12 2KW), einem tschechischen Hersteller. Ich hätte auch die Eberspächer oder eine webasto nehmen können. Ausschlaggebend war hier allein der Preis. 530,- Euro (statt über 1.000) finde ich ein valides Argument. Den Nachteil der Lautstärke kann man durch den Anbau eines Eberspächer Schalldämpfers bereinigen. Die Heizung heizt mit 2 KW nur den Innenraum (nicht den Motor). Die Steuerung erfolgt über ein Bedienteil, das wir in Griffnähe des Hubdaches einbauen.

Zusatztank

Der normale Füllstand im Defender hat  mir anfänglich ein bisschen Sorgen bereitet. In Südamerika gibt es nicht an jeder Ecke Tankstellen. Schon gar nicht die mit „gutem Diesel“. Und die Atacama ist auch größer, länger und breiter, als der normale Tank hergeben würde. Der GMB-Zusatztank für Landrover Defender ist (hoffe ich) eine gute Wahl. 45 Liter Zusatzvolumen reichen bei voller Beladung für 350 Kilometer (oder etwas mehr). Zusätzlich hat er den Vorteil, dass er keine zusätzliche Pumpe benötigt. Ein Teil weniger, das kaputt gehen kann.

Seilwinde

Die Seilwinde. Tja, braucht’s die wirklich? Gute Frage. Ich betrachte sie mal als Versicherung. Wenn man eine hat, wird man sie nicht brauchen. Hat man keine, dauert es nicht lange, bis man im Dreck stecken bleibt. Wir haben uns also für die „Versicherung“ entschieden und ein einfaches Modell genommen, das nicht ständiger Dauerbelastung standhalten muss. Die Seilwinde von Britpart (dieses Modell) kostete inkl Montage und Seilwindenstoßstange knappe 1.500,- Euro. Viel Geld für eine Versicherung. Aber was ist beim Defender schon günstig ;-) Wir werden sehen, wie häufig wir sie wirklich einsetzen werden. Wenn nicht, auch nicht schlimm. Sie schaut ja auch ganz nett aus.

Weitere Ein- und Ausbauten

Neben der ganzen Fahrzeugtechnik gibt es natürlich auch noch das große Kapitel des Innenausbaus. Schränke, Staufläche und natürlich auch die Elektrik und Kühlung spielen für die Reise eine große Rolle. Dem Thema widme ich mich irgendwann in den kommenden Wochen, wenn alles eingebaut ist.

Ein Hubdach für den Defender

Im Defender zu schlafen ist nicht die schlechteste Idee, wenn man unterwegs ist. ImDefender meint damit nicht neben dem Defender im Zelt oder auf dem Defender im Dachzelt, sondern wirklich drin.

Der Vorteil liegt auf der Hand: Man hat zur Not eine Heizung zur Hand. Sei es die „normale“ oder eine Standheizung. Im Zelt könnte man vielleicht ein kleines Lagerfeuer machen, das ist aber auch nur bedingt empfehlenswert.

Ein weiterer Vorteil: Im Defender ist man vor Grizzlybären, Monsterheuschrecken und G-Klasse-Fahrern einigermaßen sicher.

Der Bettausbau, den ich bisher genutzt habe, ist an sich nicht die schlechteste Idee. Für längere Reisen (mehr als meine 4 Wochen), ist er aber nur bedingt geeignet. Denn er nimmt jede Menge Platz, den man vielleicht in Regenzeiten braucht. Und ein wenig Stauraum nimmt er auch.

Also habe mich mit Dietmar an einen Tisch gesetzt. Dietmar ist Metallbauer und baut halt auch am Defender rum. Zum Beispiel an meinem.

Und deswegen hat der Dicke vor ein paar Wochen ein ausklappbares Dach bekommen. Mit wenigen Handgriffen ist es hoch gehoben und bietet oben richtig viel Platz zum Schlafen. Auf den beiden Längsseiten ist es mit Fliegengittern versehen. Hinten raus kann man entweder das Fliegengitter drin lassen oder das Panoramafenster offen lassen … ich denke da an Sonnenuntergänge in der Wüste von Chile oder Polarlichter in Finnland (auch noch 2016?).

Bei der Auswahl des richtigen Hubdach-Anbieters war mir vor allem wichtig, dass ich den Dachträger drauf lassen konnte. Bei den meisten Varianten geht das nicht, sei es, weil ein neues Defender-Dach drauf kommt oder die Regenrinne modifiziert wird. Die Dietmarsche Variante behält das Original-Dach und die Regenrinne. Das Dach kann sogar beladen hochgeklappt werden, wichtig für die Expeditionsausrüstung und das Solarpanel.

Auf der Quadrofaktum-Tour nach Verdun (der Bericht folgt noch), wurde es von allen Seiten begutachtet. Und erst als ich heute (wieder mal) eine nette Begegnung mit quasi Fremden hatte, die sich das Ausstelldach ausführlich haben zeigen lassen, ist mir aufgefallen, dass das Hubdach doch gar nicht so gewöhnlich ist, wie ich bisher dachte. Sei’s drum.

Es ist noch nicht eingeweiht, weil noch die Mini-Idee und Zeit für eine kleine Tour fehlte. Kommt aber noch. Bis dahin müssen diese zwei Bilder reichen.

Hubdach Defender

Hubdach Defender